Max ist dabei. Das kleine aufgeweckte Bürschchen mit den blonden Haaren kennt das schon, dass die Mama oft angesprochen wird und umringt ist. Die Mama heißt Anahita Rehbein, war 2018 Miss Germany und ist seitdem keineswegs von der Bildfläche verschwunden. Bei Instagram hat die Stuttgarterin 147 000 Follower, erhebt also ihre Stimme, gibt anderen Müttern Tipps, wie das Leben mit Kind am besten gelingt.
Als Influencerin ist die 29-Jährige am Freitag von Primark gebucht, das an der Königstraße ein etwas ungewöhnliches Fest feiert. Man feiert quasi, dass die Geschäfte nicht mehr so gut laufen. Weil die Umsätze der Billigmodekette zurückgingen, ist die Filiale in Stuttgart um zwei Stockwerke verkleinert worden. Der Hype der umstrittenen Marke aus Irland scheint längst vorbei. Statt 7900 Quadratmetern stehen Primark auf der Stuttgarter Einkaufsmeile nur noch 4400 Quadratmeter zur Verfügung. Was mit den frei werdenden Stockwerken werden soll, ist bisher nicht bekannt.
Vier von 30 Primark-Filialen in Deutschland sollen bis Mitte 2024 ganz geschlossen werden und damit 420 der etwa 4500 Arbeitsplätze wegfallen, sagte Primark-Managerin Christiane Wiggers-Voellm der Deutschen Presse-Agentur. In Stuttgart wird am Freitag vielleicht auch gefeiert, dass an der Königstraße – anders als in anderen Städten – noch nicht ganz Schluss ist, sondern dass es auf der verkleinerten Fläche weitergehen kann. Das Unternehmen hat zum Neustart einen DJ gebucht sowie Influencerinnen wie Anahita Rehbein. Die lassen sich fotografieren vor einer Wand, auf der steht „We love Stuttgart“.
Ihre Schwester kümmert sich um den kleinen Max
Die frühere Miss Germany hat zum PR-Auftritt ihre Schwester mitgebracht, die sich um den zweijährigen Sohn Max kümmert, wenn die Mama ihren Geschäften nachgehen muss. Anahita Rehbein ist gut drauf. Ihr Leben verläuft in den Bahnen, die sie sich genau so gewünscht hat. Mit viel Sport sorgt sie dafür, dass ihr Körper nach der Geburt rasch zur alten Form zurückgekehrt ist.
Die Liebe zum Kind, sagt sie, dürfe die Eltern nicht davon abhalten, weiterhin ihre Zweisamkeit zu genießen. Eine Mutter sollte bei allem Stress, den sie mit der Erziehung habe, sich nicht „selbst verlieren“. Auf ihrer Instagram-Seite spricht sie sich für einen „Parents Trip“ auf, für eine „Reise ohne Kind“. Ohne Stress habe man „weniger Streitpunkte“, müsse sich an keine Uhrzeiten halten und könne „wieder spontan Sex haben“.
Dass der Altersunterschied zu ihrem 55-jährigen Ehemann Jörg Echtermann, dem Inhaber der Stuttgarter Fitnessstudios Puls, oft Gesprächsstoff bei anderen sei, bleibe bei ihr nicht ohne Folge: „Man macht sich dann auch Gedanken darüber.“ Was werde in 20 Jahren sei, wenn er 75 ist, sie 49? „Das spielt in dem Moment keine Rolle“, antwortet sie, man dürfe nie vergessen, „im Moment zu leben“. Ihr Lebensmotto lautet: „Was Menschen von uns denken? Wie egal uns das ist!“