Stuttgarter Straße in Weil der Stadt Im Sommer wieder ohne Autos

Die Stuttgarter Straße in Weil der Stadt: In der „Freischanksaison“ dürfen hier nicht immer Autos fahren. Foto: Simon Granville

In Weil der Stadt geht ein Verkehrsprojekt in die zweite Runde. Die Stuttgarter Straße wird an den Sommerwochenenden für Autos dichtgemacht – auf einer längeren Strecke als noch 2023.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Die Debatte ließ anfangs das Schlimmste vermuten. Die Verwaltung präsentierte Ergebnisse einer Umfrage, die von einigen Stadträten mit Gelächter quittiert wurden. Auch Bürgermeister Christian Walter konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Als Reaktion gab’s die Präsentation der Antragssteller, die ein anderes, aber dann doch irgendwie ähnliches Ergebnis zeigte. Am Ende einigten sich die Weil der Städter Räte dann aber doch auf sachlicher Ebene. Das Resultat der Diskussion war ein Kompromiss. Um was aber ging es überhaupt genau?

 

Forderung: Sperrung für Autos von Freitagabend bis Sonntagabend.

Gegenstand des Antrags der Grünenfraktion war die Stuttgarter Straße. Genauer gesagt forderte sie, „in der Freischanksaison“ die Stuttgarter Straße zwischen der Kreuzung mit der Badtorstraße und dem Marktplatz an Wochenenden von Freitagabend, 20 Uhr, bis Sonntagabend, 20 Uhr, für Autos zu sperren.

Im Detail geht es um eine Strecke von 190 Metern in einer Straße, die zu guten Teilen aus Kopfsteinpflaster besteht und in der sich eine Reihe Einzelhändler und Gaststätten befindet. Nun ist die Idee nicht neu. Bereits im Jahr 2023 hatte es dieses Projekt gegeben, allerdings lediglich auf einer Strecke von knapp 100 Metern zwischen Marktplatz und Kapuzinergasse. Auch damals hatten dies die Grünen beantragt. Und schon für den vergangenen Sommer hatten sie sich eine längere Sperrung gewünscht als es am Ende wurde. Denn damals wie heute wird die Trasse nicht ab Freitagabend gesperrt, sondern erst ab 14 Uhr am Samstagmittag – und dann bis Montagmorgen, da dies für die Mitarbeiter des Bauhofs besser zu realisieren sei. Immerhin: Mit 17 Ja-, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen billigte der Gemeinderat die 190 Meter.

Fraktionen und Stadtverwaltung haben Meinungen eingeholt

Sowohl die Stadt als auch die Grünen hatten sich vorab bei den Gewerbetreibenden in der Stuttgarter Straße umgehört. Der Tenor: Eine Mehrzahl derjenigen, die geantwortet hatten, konnte sich eine erneute Sperrung der Trasse sehr wohl vorstellen. Die Resonanz auf das Projekt aus dem Jahr 2023 war großteils gut bis neutral. Oder, wie es die Stadtverwaltung in ihrer Antwort auf den Antrag ausdrückt: „Der erste Verkehrsversuch im Jahr 2023 verlief unproblematisch.“

Zwar hatten sowohl die Fraktion als auch die Verwaltung ebenso kritische Stimmen vernommen – vor allem in puncto Lieferverkehr. Von Kritik sprach auch FDP-Vertreterin Brigitte Benzinger-König, die, laut eigener Aussage, einige Geschäftsbetreiber selbst befragt hatte. Am Ende stand im Gremium jedoch eine Einigung.

Eine Möblierung wird es nicht geben

Wofür sich keine Ratsmehrheit finden ließ, war eine angedachte Möblierung des Ganzen. Sprich: Eine kostenfreie Leihe von Sitzmöbeln über den „Aktivmobil“-Leihservice des baden-württembergischen Verkehrsministeriums wird es nicht geben. Ebenso wenig wird die Stadt Geld für externe Unterstützung bei der Evaluation des Themas ausgeben.

Die Grünen hatten vorab argumentiert, dass das Thema „autofrei“ schließlich auch auf dem Weiler Marktplatz funktioniere. Der wurde vor einigen Jahren saniert und damit ebenfalls für Autos nicht mehr befahrbar. Auch bei der Debatte einst gab es Sorgen um Einbußen für die ansässigen Händler – die sich am Ende nicht bewahrheitet hatten.

Übrigens: Wann den genau die „Freischanksaison“ beginnt, steht noch nicht fest. Die Entscheidung hierüber behält sich die Stadtverwaltung vor.

Weitere Themen