Stuttgarter Zeitung Kinder- und Jugendfestival City-Managerin: Konsum ist nicht alles

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Beim 15. Stuttgarter Zeitung Kinder- und Jugendfestival am 24. und 25. Juni verwandelt sich ein Teil der Stuttgarter Innenstadt wieder in eine Spielwiese für alle Altersklassen. Bettina Fuchs wünscht sich aber auch abseits der Veranstaltung mehr Angebote für Familien.

Bettina Fuchs wünscht sich eine familienfreundliche Innenstadt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bettina Fuchs wünscht sich eine familienfreundliche Innenstadt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Stuttgarter Innenstadt wird von den meisten Besuchern mit Shopping, mit Konsum, mit Einzelhandel gleichgesetzt. Der Stuttgarter City-Managerin Bettina Fuchs reicht das nicht. In Bezug auf die Entwicklung der Innenstadt hat Fuchs eine klare Vorstellung: „Unser Credo ist nicht Umsatz auf Teufel komm raus. Wir wollen, dass die Gäste eine gute Zeit verbringen. Wenn uns das gelingt, kommen sie wieder“, sagt Fuchs vom Team der City-Initiative Stuttgart (CIS).

Die CIS hat es sich zum Ziel gesetzt, die Stuttgarter Innenstadt so attraktiv wie möglich zu gestalten. Um das zu erreichen, müsse man Highlights setzen, so Fuchs. Ein solches Highlight ist das Stuttgarter Zeitung Kinder- und Jugendfestival, das von der CIS, vom Sportkreis Stuttgart und von der StZ am 24. und 25. Juni bereits zum 15. Mal veranstaltet wird. „Bei diesem Festival wollen wir Angebote für eine sportliche und aktive Freizeit in Stuttgart aufzeigen“, erklärt Bettina Fuchs. Die Mitmachaktionen und das Entertainment beim Event für die ganze Familie seien sehr hochwertig.

Die Ansprüche an die Innenstadt haben sich gewandelt

„Beim StZ Kinder- und Jugendfestival geht es darum, sich zu informieren, sich auszuprobieren, mitzumachen und sich über das Festival treiben zu lassen“, so Fuchs. Die Ansprüche an die Innenstadt haben sich laut der City-Managerin total gewandelt. „Die Menschen kommen in die Stadt, um andere Menschen zu treffen, um zu essen, zu trinken und zu bummeln.“ Der Soziologe Ray Oldenburg etablierte in diesem Zusammenhang den Begriff der „Third Places“. Wenn unser Zuhause der „First Place“ und die Arbeitsstelle der „Second Place“ ist, werden Orte wie die Stuttgarter Innenstadt mittlerweile als „Third Places“ oder „Spaces“ verstanden, als „drittes Zuhause“. „Das trifft diese immer noch neue Form der Freizeitentwicklung am besten. Unser Anspruch ist es, die City zu einem dritten Zuhause zu machen“, so Fuchs.

Dabei stünden eben nicht Verkaufsförderungsmaßnahmen an erster Stelle, sondern vor allem die emotionalen Faktoren: „Es geht um die viel zitierte Aufenthaltsqualität: Wo kann ich sitzen, ohne etwas kaufen oder konsumieren zu müssen? Die Freitreppe am Schlossplatz ist da ein wunderbares Beispiel als urbaner Treffpunkt für alle Generationen.“

Bettina Fuchs wünscht sich eine familienfreundliche Innenstadt

Auch das Kinder- und Jugendfestival sei so eine Plattform für alle Altersklassen. Deshalb liege der CIS das Event auch ganz besonders am Herzen. Fuchs geht aber noch einen Schritt weiter: Sie nimmt das Festival zum Anlass, an die Mitglieder der CIS aus Handel und Gastronomie zu appellieren, auch abseits der Veranstaltung mehr Angebote für Familien zu initiieren. „Ich wünsche mir noch mehr Anlaufstellen für Familien in der City. Die Ansätze sind gut, bunte Kindermenüs im Restaurant reichen aber nicht aus. Kinder müssen nicht nur verköstigt, sondern auch unterhalten und ernst genommen werden.“ Vielleicht wird die Stuttgarter City eines Tages dann nicht nur mit den Begriffen Shopping und Konsum, sondern auch mit dem Stichwort „familienfreundlich“ gleichgesetzt.

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