Südpol-Crew Weg von den Protest-Songs

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Die Hip-Hopper der Südpol-Crew stellen im Club Zwölfzehn ihre erste CD „Ewiger Frühling“ vor. Mit dem Album will sich die Gruppe musikalisch neu definieren.

Leben: Nina Ayerle (nay)
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S-Süd - Der Song „Stuttgart Süd“ auf ihrem Album ist eine Liebeserklärung an ihre Heimat. In der Altenbergstraße im Süden sind sie alle groß geworden. Sie nennen sich die Südpol-Crew, um die Verbundenheit mit ihrem Stadtteil auszudrücken. Der harte Kern dieser Hip-Hop-Crew besteht aus drei jungen Männern, die Musik machen: Adrian Schmidt, Klaus Brüderle und Jonathan Strauch. Insgesamt mischen aber sieben Freunde gelegentlich mit. Deshalb bestehen sie auch darauf, dass sie keine richtige Band sind.

Ihre ersten gemeinsamen Auftritte hatten sie im Jahr 2006. Nun bringen sie in der kommenden Woche ihr Album „Ewiger Frühling“ raus. Mit einer Release-Party im Club Zwölfzehn stellen sie ihr Werk vor. Besonders wichtig ist den Jungs die inhaltliche Richtung ihrer Texte. Insgesamt dreht sich das Album thematisch um den emotionalen Zustand der menschlichen Zerrissenheit. Das zeigt sich nicht nur textlich und musikalisch, sondern auch auf dem selbstgemalten Coverbild von Adrian Schmidt, musikalisch die treibende Kraft hinter der Südpol-Crew und dem Album.

Freundeskreis als Inspiration

Angefangen hat alles mit einigen Auftritten in Stuttgarts Jugendhäusern, kleineren Konzerten im Kulturwerk im Osten und einem Bandfestival im Alten Feuerwehrhaus am Erwin-Schoettle-Platz. „Das war unsere Frühphase, da sind wir alle noch zur Schule gegangen“, erzählt Adrian Schmidt, der sich „AmateurJazz“ nennt und unter dessen Namen auch das Album erscheint. „Ich verwende für meine Musik immer wieder Jazz-Samples“, erklärt Adrian seinen Künstlernamen. Insgesamt bleibe er aber dem Hip-Hop treu, die Beats des Albums sind größtenteils von ihm. Inspiriert fühlt sich der 22-Jährige Student vor allem von alten Stuttgarter Hip-Hop-Größen wie Freundeskreis.

Bisher zeichneten sich die jungen Musiker besonders durch ihr politisches Engagement aus, das sie zunächst in ihren Texten ausdrückten. Im Jahr 2010 folgten zahlreiche Auftritte auf Demonstrationen gegen Stuttgart 21 und gegen Atomkraft. „Einmal wurden wir sogar zu einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung eingeladen“, erzählt Klaus Brüderle. Für die Diskussionsrunde im Literaturhaus mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann schrieb die Band ein passendes Lied, das sich allerdings nicht auf der CD wiederfindet. „Von dieser politischen Richtung wollen wir jetzt weg“, erklärt Jonathan Strauch. Mit dem Album wolle man sich musikalisch neu definieren und nicht nur eine Protestmarsch-Band sein. Offiziell zu kaufen gibt es das Debütalbum nicht. Wer es dennoch haben möchte, kann es beim Auftritt im Zwölfzehn bekommen.

Termin Die Release-Party beginnt am Dienstag, 27. März, im Club Zwölfzehn, Paulinenstraße 45, um 21 Uhr.



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