Süßen plant den großen Wurf Stadt will Campus für drei Schulen ausbauen

Von Klaus Nonnenmacher 

Der Süßener Schulverbund aus Real-, Gemeinschafts- und Grundschule benötigt mehr Räume. In den kommenden Jahren sollen gut 13 Millionen Euro in einen gemeinsamen Campus investiert werden.

Nicht nur die Geschwister-Scholl-Realschule (unser Bild) hat zusätzlichen Raumbedarf. Süßen plant deshalb den großen Wurf  für die  drei Schulpartner. Foto: Ines Rudel
Nicht nur die Geschwister-Scholl-Realschule (unser Bild) hat zusätzlichen Raumbedarf. Süßen plant deshalb den großen Wurf für die drei Schulpartner. Foto: Ines Rudel

Süßen - Süßen bekommt mehr Kinder!“ Das geht aus den aktuellen Statistiken hervor. „In den Kindergärten kommt der Zuwachs bereits an und es ist klar, dass wir bald auch mehr Grundschüler haben“, sagt Marc Kersting, der Bürgermeister der Stadt. Spätestens im Schuljahr 2024/2025 wird demnach in der Grundschule eine weitere neue Klasse benötigt. Die Stadt muss vorsorgen.

Auch die beiden weiterführenden Schulen, die J.-G.-Fischer-Gemeinschaftsschule und Geschwister-Scholl-Realschule, haben Raumbedarf. In Süßen haben sich beide Schulen bereits zu einem Verbund zusammengetan. Seither teilen sich die beiden Schulen nicht nur denselben Campus, sie arbeiten auch seit einigen Jahren unter einer gemeinsamen Schulverwaltung zusammen.

Auch die Mensa ist zu klein

„Die Lehrpläne sind nahezu identisch. Der Austausch findet statt, ist aber räumlich noch erschwert“, sagt Kersting. Überdies müsse das Gebäude der ehemaligen Haupt- und heutigen Gemeinschaftsschule dringend saniert werden, es fehle insgesamt an Fach- und Differenzierungsräumen und die Mensa sei zu klein.

Es sind also eine ganze Reihe von Gründen, die die Stadt dazu bewogen haben, einen großen Wurf zu wagen, mit dem man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen würde. Jüngst wurden die Überlegungen dazu, die mit den Schulleitungen abgestimmt sind, im Gemeinderat vorgestellt.

Gebaut werden soll im wesentlichen an der Geschwister-Scholl-Realschule auf dem Bizetareal. Sie könnte Kersting zufolge aufgestockt und zusätzlich um einen Anbau erweitert werden. 18 bis 25 neue Räume sollen so entstehen. Neben Fach- und Unterrichtsräumen wird es dann auch eine neue, größere Mensa geben.

Auch eine Förderschule soll Platz finden

„Wir stellen fest, dass der Bedarf steigt, nicht nur durch wachsender Schülerzahlen. Die Mensa ist eigentlich für den Ganztagesbetrieb der Gemeinschaftsschule gedacht, aber zunehmend wünschen sich auch Realschüler die Möglichkeit, an der Schule zu Mittag zu essen“, erläutert Marc Kersting die Überlegungen.

In den neuen Räumen soll zudem Platz für die Förderschule sein, die bisher noch am Standort der J.-G.-Fischer-Grundschule an der Heidenheimer Straße logiert. „Die Förderschule könnte dann überdies die neuen Fachräume mitnutzen“, sagt der Bürgermeister. Mit deren Umzug würden wiederum an der Heidenheimer Straße Räume frei, die die Grundschule in spätestens fünf Jahren dringend benötigt.

Bis jetzt gibt es nur Kostenschätzungen

Mit dem kompakten An- und Umbau auf dem Bizetareal wäre die Stadt auch das energetisch und bautechnisch sanierungsbedürftige 70 Jahre alte Gebäude der Gemeinschaftsschule los. Statt es für den weiteren Betrieb von 2024 an für teures Geld zu ertüchtigen, kann es dann abgerissen werden, ebenso wie der Musikpavillon. „Wir benötigen den Platz dann als Schulhof“, sagt Kersting.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Neubauprojekt führt die Stadt daher zur Schulbaukommission. Diese muss dem Abriss zustimmen, weil damit formal ein Schulstandort aufgegeben würde. Zugleich will sich die Stadt nach einem Planungsbüro umschauen und entsprechende Förderanträge stellen.

Noch existieren für die Gesamtkosten nur grobe Schätzungen. „Wir gehen davon aus, dass wir insgesamt rund 13,5 Millionen Euro benötigen. Acht Millionen Euro davon bleiben bei der Stadt, der Rest soll durch Zuschüsse und Fördergelder finanziert werden“, erläutert Kersting.