Böblingen - Das Rennen um den Real-Markt auf der Böblinger Hulb scheint entschieden. Wie die „Lebensmittelzeitung“ berichtet, wird der größte Supermarkt im Landkreis wohl an Edeka gehen.
Das Branchenblatt teilt mit, dass sich von den 44 Märkten, bei denen das Kartellamt keine Bedenken für eine Übernahme hat, 15 im Südwesten der Republik, befinden. Diese habe sich Edeka in seinem Stammland „vorläufig gesichert“, heißt es. Dazu zählt auch der Vollsortimenter auf der Hulb. Dieser gilt als einer der beiden umsatzstärksten Märkte in der Real-Familie und somit als Filet-Stück.
Die Lebensmittel-Zeitung geht davon aus, dass Edeka alleine für diesen Einkaufsmarkt rund 60 Millionen Euro aufbringen muss. So hoch wird der Jahresumsatz dort geschätzt.
Wie mehrfach berichtet, hat der Handelskonzern Metro sich vor einem Jahr von seinen Real-Märkten getrennt und diese an ein Investoren-Konsortium verkauft. Von den 276 Kaufläden sollten 141 an Edeka und Kaufland weiterverkauft werden, Die beiden Handelsketten liefern sich seit Monaten einen intensiven Wettlauf um die Märkte.
Auch wenn die Umsätze auf der Hulb beeindruckend sind, dürfte auf die neuen Besitzer ein gewisser Investitionsaufwand zukommen. Denn die riesige Kaufhalle befindet sich nicht im besten Zustand. Seit dem Bau in den 1970er Jahren wurde nicht viel Geld in die Modernisierung gesteckt.
Errichtet hat den Markt die Böblinger Familie Kriegbaum, die ihr Handelsimperium Ende der 1990er Jahre an Metro veräußerte. Neben dem Markt auf der Hulb gibt es in Böblingen im Röhrer Weg und in Jettingen noch zwei weitere Real-Supermärkte im Kreis.
Edeka betreibt in den Böblinger Mercaden einen eigenen Supermarkt. Weitere von Partnern betriebene Märkte befinden sich im Breuningerland Sindelfingen, in Dagersheim und Darmsheim sowie in Magstadt und auf der Schönbuchlichtung.
Wer das Rennen im Supermarkt-Monopoly macht, entscheidet sich demnächst: Bis zum 22. März wird das Kartellamt darüber entscheiden, ob Edeka die gewünschten Real-Standorte übernehmen kann.
Der Lebensmittelkonzern aus Offenburg machte zu den Informationen über die angestrebten Standorten keine Angaben, berichtet die Lebensmittel-Zeitung.