SV Fellbach, SKV Rutesheim Strafe für vergebene Chancen

Fabijan Domic kann die späte 1:2-Niederlage des SVF nicht fassen. Foto: Maximilian Hamm

Die Verbandsliga-Fußballer des SV Fellbach nutzen ihre zahlreichen Tormöglichkeiten nicht und verlieren im Max-Graser-Stadion gegen die Gäste der SKV Rutesheim in der allerletzten Sekunde noch mit 1:2.

Wenn die Fußballer des SV Fellbach gewonnen haben, bilden sie kurz nach dem Abpfiff gemeinsam mit ihren Betreuern auf dem Platz einen Kreis. Sie nehmen einen Spieler in ihre Mitte, dieser stimmt lautstarke Jubelgesänge an, es folgt ein Freudentanz. Auch am Samstag hat die Verbandsliga-Mannschaft einen Kreis gebildet, doch nach der 1:2-Heimniederlage gegen die abstiegsgefährdeten Gäste der SKV Rutesheim hat nur der scheidende Trainer Ioannis Tsapakidis gesprochen. Er war zwar auch ziemlich laut in seiner Ansprache, doch diese lieferte keinen Grund zum Tanzen. Im Gegenteil. Mit gesenkten Köpfen liefen die Spieler langsam auseinander. Manche blieben dann noch minutenlang auf dem Rasenplatz im Max-Graser-Stadion sitzen, ihren Gesichtern war Ratlosigkeit abzulesen.

 

Philipp Gutsche ermöglicht den Siegtreffer der SKV Rutesheim

Nein, die Fellbacher Fußballer sind nicht abgestiegen. Sie werden in dieser Saison auch nicht absteigen. Und doch fühlte sich diese Niederlage wie ein Rückschlag an. Vielmehr war sie jedoch eine Strafe für die vergebenen Torchancen, die sich im zweistelligen Bereich abspielten. „Wenn die Spieler jetzt einen Schuldigen suchen, müssen sie in den Spiegel schauen“, sagte Ioannis Tsapakidis, der nach seiner Wutrede noch immer mitgenommen war. „Nach unserer positiven Entwicklung in den vergangenen Monaten ist mir vollkommen unklar, wie so etwas passieren kann. Wir hatten gelernt, demütig zu sein, jetzt waren wir überheblich.“

Vielleicht lässt dieser Rückschlag sich ein wenig damit erklären, dass die SVF-Spieler ob der gebannten Abstiegsgefahr eben nicht mehr bis zum Schluss einhundertprozentig konzentriert waren. Vielleicht haben die Offensivkräfte Niklas Hofmeister, Fabijan Domic oder Samuel Wehaus deshalb nicht getroffen, als sie frei vor dem gegnerischen Tormann Kerim Redzepovic gestanden hatten. Vielleicht hat der eigene Torsteher Philipp Gutsche den Ball in der allerletzten Aktion nach einem langen Einwurf der Gäste auch deshalb nicht aus der Gefahrenzone befördert und somit Gianluca Gamuzza den Siegtreffer ermöglicht. Ein Kuriosum am Rande: Bereits im Hinspiel, das die Fellbacher Fußballer mit 2:3 verloren hatten, erzielte jener Gianluca Gamuzza kurz vor dem Abpfiff den entscheidenden Treffer und ließ die Gegner fassungslos zurück.

Leon Brauns Führungstor reicht dem SV Fellbach nicht zu Zählbarem

Dabei hatten die SKV-Fußballer sich offensichtlich erst nach der Pause daran erinnert, dass sie noch Punkte benötigen für den Ligaverbleib. Zunächst waren die Gastgeber überlegen gewesen, blieben jedoch ohne Zählbares. Leon Braun markierte erst später ihren Führungstreffer (73.). Doch anstatt nachzulegen, kamen die Gäste zunächst zum Ausgleich, als Tobias Gebbert traf (88.); und wenig später jubelten nur noch sie.

Zweimal hat die Mannschaft des SV Fellbach in dieser Saison noch die Möglichkeit, nach dem Spiel einen Kreis zu bilden. Zweimal hat sie noch die Möglichkeit auf lautstarke Jubelgesänge und Freudentänze – mit ihrem Trainer Ioannis Tsapakidis. SV Fellbach: Gutsche – Jäkel (81. Müller), Binner, Parharidis, Koroll, Hofmeister (86. Gashi), Miller, Braun, Ferati, Domic, Wehaus (59. Arslan).

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