Synode Im Kirchenbezirk Leonberg dreht sich das Personalkarussell

Von Brunhilde Arnold 

Simone Schächterle wird neue Geschäftsführerin des Diakonieverbands im Landkreis Böblingen.

Der Diakonie bleibt Simone Schächterle weiterhin treu: Nur nicht mehr als Bezirksgeschäftsführerin des Leonberger Hauses der Diakonie, sondern als neue Geschäftsführerin des Evangelischen Diakonieverbands im Landkreis Böblingen Foto: factum/Weise
Der Diakonie bleibt Simone Schächterle weiterhin treu: Nur nicht mehr als Bezirksgeschäftsführerin des Leonberger Hauses der Diakonie, sondern als neue Geschäftsführerin des Evangelischen Diakonieverbands im Landkreis Böblingen Foto: factum/Weise

Synode - Während auf den Treppenstufen vor dem neuen evangelischen Gemeindehaus an der   Petruskirche in Renningen fröhliche Eis-Esser ihre ­bunten ­Kugeln schlotzen, treffen sich im Luthersaal rund 60 Delegierte des Kirchenbezirks Leonberg zur Synode. Die Mitglieder verabschieden an diesem Abend eine Reihe von Pfarrkollegen und Mitarbeitern. Einer von ihnen ist Matthias Bauschert. Der Pfarrer der Pfarrstelle Renningen-Süd, der an diesem Abend die Andacht zur Eröffnung der Bezirkssynode hält, wird die Rankbachstadt zum 1. Mai verlassen, um Dekan im Kirchenbezirk Weinsberg zu werden.

Pfarrer Bauschert spricht unter anderem über das Motto des diesjährigen evangelischen Kirchentags, das „Was für ein Vertrauen“ lautet. Er weist auch auf die Kirchenwahl hin, die am 1. Advent statt­finden wird. „Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Gemeinden ist, aber in Renningen stehen die Kandidaten für die Kirchenwahl nicht gerade Schlange“, sagt er. Es sei schwierig, Menschen zu finden, die bereit sind, für sechs Jahre „den Kopf hinzuhalten“. Was das bedeuten kann, hätten die Renninger Kirchengemeinderäte im Zuge des Neubaus des Gemeindehauses selbst erfahren. Er weist auch auf die schwindende Zahl der Gemeindemitglieder hin.

Sinkende Mitgliederzahlen

„Bei der Statistik werden wir hören, dass wir wieder weniger geworden sind“, sagt er. Tatsächlich sind Ende 2018 mit 40 585 Menschen 641 oder 1,55 Prozent weniger Gemeindemitglieder als Ende 2017 gezählt worden. In allen 20 Kirchengemeinden im Bezirk Leonberg gab es einen Rückgang, mit Ausnahme von Wimsheim, das einen leichten Zuwachs verzeichnen konnte.

Eigentlich wollte Ralph Fleischmann zum 1. April aus dem Berufsleben ausscheiden. Doch der langjährige Geschäftsführer des Evangelischen Diakonieverbands im Landkreis Böblingen wird dann zwar den Stab an seine Nachfolgerin Simone Schächterle weitergeben, hat sich aber bereit erklärt, aufgrund von vielen Wechseln auf den Leitungsstellen, so Dekan Vögele, noch bis August in der Diakonie in Leonberg weiterzuarbeiten. Ralph Fleischmann war von 1982 bis 1999 Leiter der Diakonischen Bezirksstelle in Leonberg. In dieser Zeit sind die Beratungsarbeit deutlich ausgebaut und der Leonberger Tafelladen ­initiiert worden, sagte Vögele. Auch war Fleischmann an der Gründung des Leonberger Hospizes beteiligt, das in diesem Jahr 25 Jahre besteht. Für ihn schließe sich jetzt der Kreis, so Fleischmann. Er habe in Leonberg begonnen und höre hier auf. „Vom Kirchenbezirk Leonberg habe ich mich stets unterstützt gefühlt“.

Neustart für Simone Schächterle

Simone Schächterle war seit November 2017 Bezirksgeschäftsführerin des Hauses der Diakonie in Leonberg. In ihrer neuen Aufgabe als Verbandsgeschäftsführerin will sie sich dafür einsetzen, dass die qualifizierte Arbeit weitergeht. Sie wird dann 55 haupt- und 300 ehrenamtliche Mitarbeitende in 13 Fachbereichen zu leiten haben.

Acht Standorte hat der Diakonieverband im Kreis Böblingen, vier davon im Kirchenbezirk Leonberg. „Wir haben den Auftrag, für Menschen da zu sein, die in ihrer Existenz bedroht sind, die nicht wissen, wie ihr Leben weitergehen soll“, sagt sie. Die Sozialpädagogin und Sozialwirtin schildert die ganze Bandbreite der Hilfs- und Beratungsangebote der Diakonie, von der Sozial- und Lebensberatung über den sozialpsychiatrischen Dienst bis hin zu den Diakonieläden. Nachfolgerin von Simone Schächterle im Leonberger Haus der ­Diakonie wird vertretungsweise Ulrike Stepper, bis die eigentlich gewählte neue Bezirksgeschäftsführerin Susanne Maier nach der Elternzeit ihr Amt antritt.

Wechsel bei den Pfarrstellen

Neben den Veränderungen im Bereich Diakonie gibt es auch einige Wechsel bei den Pfarrstellen. Claudia Krüger auf der Sonderpfarrstelle Alten-Pflege-Heim-Seelsorge im Kirchenbezirk Leonberg arbeitet nun beim Diakonischen Werk in Württemberg. Ihre 100-Prozent-Stelle wurde neu ausgeschrieben. Das Gleiche gilt die Stelle von Claudia Trauthig in Eltingen-West. Die Pfarrerin wechselt zum 1. Mai nach Zell unterm Aichelberg. Pfarrer Martin Trugenberger auf der Pfarrstelle Warmbronn wird den Bezirk zum 1. Juli verlassen und Dozent für Konfirmandenarbeit am Pädagogisch-Theologischen Zentrum der Landeskirche werden. Die 100-Prozent-Stelle soll wieder ausgeschrieben werden. Die seit einiger Zeit vakante Pfarrstelle Merklingen wird zum 1. September mit einem unständigen Pfarrer wiederbesetzt.

Pfarrer Thomas Fischer-Koser aus der Leonberger Gartenstadt-Gemeinde ist in den Ruhestand getreten. Seine 75-Prozent-Stelle fällt laut dem Pfarrplan 2018 weg. Zum 1. Juni wird Andreas Löw ebenfalls in den Ruhestand gehen. Seine Pfarrstelle in Gebersheim-Höfingen Ost wurde im bisherigen Umfang mit 100 Prozent ausgeschrieben. Nicht haupt-, sondern ehrenamtlich war Erwin Damson aus Flacht 30 Jahre als Prädikant tätig. Ein Prädikant ist ein besonders geschultes Gemeindemitglied, das selbstständig Gottesdienste leiten und predigen kann. „In dieser Zeit hat Erwin Damson unzählige Gottesdienste mit den Menschen unseres Bezirks gefeiert“, sagt der Dekan Wolfgang Vögele bei der Verabschiedung des 76-Jährigen in den Ruhestand.