Tag der Deutschen Einheit Stuttgart wird zur Einheitsparty-Meile

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Baden-Württemberg richtet in diesem Jahr die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Die Landesregierung organisiert dazu auch ein Bürgerfest, das die ganze Stuttgarter Innenstadt erfassen wird.

Die Landeshauptstadt Stuttgart soll am 32. und 3. Oktober ein bunter Festplatz sein. Foto: AP
Die Landeshauptstadt Stuttgart soll am 32. und 3. Oktober ein bunter Festplatz sein. Foto: AP

Stuttgart - Bis zu 400 000 Besucher erwartet der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am 2. und 3. Oktober in der Landeshauptstadt. Zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werde Stuttgart „ein buntes, vielfältiges Festgelände“. Seit 1990 findet das Fest jeweils in dem Bundesland statt, das den Vorsitz im Bundesrat innehat. Das ist seit 1. November 2012 Kretschmann. Im Rahmen der Festivität wird er das Amt an seinen Nachfolger, den niedersächsischen Regierungschef Stephan Weil (SPD) weitergeben.

„Zusammen einzigartig“ ist das Motto der Feier. Baden-Württemberg sei da sachkundig, so Kretschmann. „Auch aus unserer Landesgeschichte wissen wir, wie bereichernd es ist, wenn aus mehreren Teilen ein Ganzes wird.“

Einzigartige Angebote

Die ganze Stuttgarter Innenstadt wird Schauplatz des Bürgerfestes sein. Daneben nimmt sich der protokollarische offizielle Teil – ein ökumenischer Gottesdienst in der Stiftskirche und der Festakt in der Liederhalle – fast schon randständig aus, auch wenn die Spitzen der Verfassungsorgane, also der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin (Angela Merkel ist es zu dem Zeitpunkt in jedem Fall), zahlreiche Ministerpräsidenten und Vertreter des Diplomatischen Korps erwartet werden.

Theodor-Heuss-Straße, Königstraße, Marktplatz, Karlsplatz, Schlossplatz und oberer Schlossgarten werden Schauplätze des Bürgerfestes sein. Dazu, so erklärte die Leiterin der Stabsstelle zur Vorbereitung des Ereignisses, Simone Höckele-Häfner, habe man Einrichtungen angefragt, ob sie sich zu dieser Gelegenheit präsentieren wollten. Die Reaktion sei „überwältigend“, so Höckele-Häfner. „Alle machen mit.“ Die Musikhochschule öffne ihre Tore zu einzigartigen Konzerten. Das Hauptstaatsarchiv erlaube Einblicke in seine Restaurierungswerkstatt, auch im Staatstheater könne man Blicke hinter die Kulissen werfen.

Zwischen Ländermeile und Kulturbühne

Die Theodor-Heuss-Straße mutiert zur Ländermeile. Die 16 Bundesländer stellen sich mit ihren Eigenheiten vor. Auf dem Schlossplatz gibt es „Politik zum Anfassen“ – Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung lassen sich dort in die Akten schauen. Daneben steht die Hauptbühne, auf der es an den beiden Abenden Live-Musik geben wird. Am 2. Oktober etwa von Max Herre, Joy Denalane oder Cassandra Steen, am 3. Oktober von den Prinzen, Robin Beck oder Camouflage. Auf dem Marktplatz präsentieren sich die Regionen des Landes in kulinarischer und touristischer Hinsicht.

„Innovation trifft Nachhaltigkeit“ ist das Motto für den Karlsplatz, wo sich der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg präsentiert. Dem Ehrenamt ist der kleine Schlossplatz gewidmet. Am oberen Schlossgarten heißt es „Neugier trifft Bewegung“. Mitmachangebote für Familien und Kinder konzentrieren sich dort. „Kunst trifft Straße“ gilt für die Schlossstraße, wo auf vier Kulturbühnen Gruppen die Besucher unterhalten.

Junge Menschen schreiben Geschichte

Als Spezialität haben sich die Organisatoren einen Wettbewerb „Junge Menschen schreiben Geschichte“ einfallen lassen. 16- bis 23-Jährige waren aufgerufen, ihre persönlichen Geschichten zur deutschen Vereinigung einzureichen. 120 Einsendungen werden derzeit von der Jury gelesen. Die Sieger gestalten im Pressehaus Stuttgart unter Anleitung von Profis von Stuttgarter Zeitung und „Stuttgarter Nachrichten“ eine offizielle Zeitung zum Tag der Deutschen Einheit, die am 3. Oktober kostenlos verteilt wird. Alles in allem gibt Baden-Württemberg für die Festtage 2,2 Millionen Euro aus, die Stadt Stuttgart ist mit 380 000 Euro dabei. Sponsoren haben bisher 550 000 Euro zugesagt.