Erst beim allerletzten Ton kam der erlösende Buzzer. „Als sich Giovanni Zarrella umdrehte, ist mir ein riesiger Stein vom Herzen gefallen“, erzählt Patrik Schmitt von seinem Auftritt bei der Casting-Show „The Voice of Germany“. Der Musiker aus Ostfildern, dessen bürgerlicher Name Patrick Schmittinger lautet, hat es mit dem Klassiker „Abenteuerland“ von Pur in die nächste Runde geschafft.
Die beiden Juroren Bill und Tom Kaulitz waren zwar kurz in Versuchung, den roten Knopf zu drücken, schwelgten bei diesem Song in Kindheitserinnerungen. Doch die Abfuhr war deutlich: „Das passt nicht so richtig zu uns.“ Und Coach Ronan Keating habe die mehrfache Aufforderung „komm mit“ im Refrain „halt nicht verstanden“, scherzt der 42-Jährige. Warum also ausgerechnet dieses Lied?
„Ein toller Song, der schwer zu singen ist“
Patrik Schmitt ist eigentlich als Stimmungssänger unterwegs – mit seiner Band Alarm heizt er auf großen Volksfesten im gesamten Bundesgebiet die Stimmung an, aber auch solo als Ballermann-Barde. Im „Bierkönig“ auf Mallorca kennt man ihn als „Schmittinger“. Die Titelauswahl ist schnell erklärt: In den fünf Vorrunden bis zu den Blind Auditions habe er englische Songs präsentiert. „Die Produktion hat sich dann etwas Deutsches von mir gewünscht.“ Er habe damit zeigen wollen, dass er mehr drauf hat als schmissige Partyschlager. „Und das ist ein toller Song, der nicht einfach zu singen ist.“
Sein Auftritt vor der Jury sei „echt gut gewesen“, sagt Patrik Schmitt im festen Tonfall eines Mannes, der sich seiner Sache sicher ist. Dass er vor Selbstbewusstsein strotzt, gefällt Giovanni Zarrella. Er sieht in dem erfahrenen Bühnenkünstler Potenzial, „aber wir müssen bei dir noch mehr Charakter reinbringen“. Der Coach hat deshalb einen besonderen Plan für den Ostfilderner: „Wir machen aus Micky Krause Michael Bublé.“ Jazzig statt zotig: Auf dieses Experiment, sagt Patrik Schmitt, freue er sich. „Für mich ist ‚The Voice’ eine unglaublich große Chance, mich beruflich weiterzuentwickeln.“
Seinen Bekanntheitsgrad zu steigern, das erhofft er sich von der quotenträchtigen TV-Show. Denn inzwischen ist die Musik nicht mehr nur Leidenschaft und Hobby, sondern Broterwerb. „Nicht ganz freiwillig“, wie er einräumt.
Vor einem Jahr habe ihm sein Arbeitgeber gekündigt – wegen des Skandalsongs „Layla“. Im Musikvideo seines Freundes DJ Robin spielte er nämlich die Puffmama mit blonder Perücke. Der Song landete in den Charts und in den Schlagzeilen, löste eine Sexismus-Debatte in Deutschland aus und wurde vielerorts auf Volksfesten verboten. Der Medienrummel sei wohl zu viel gewesen für seinen damaligen Chef, vermutet der frühere Verkaufsleiter. „Dienstag war es in der Zeitung, Samstag habe ich eine E-Mail bekommen, dass ich gefeuert bin, weil ich nicht mehr für die Ideale der Firma stehe“, lässt Patrik Schmitt seiner Enttäuschung freien Lauf. „Das hat sich angefühlt, als ob der Partner nach 15 Jahren per Whatsapp Schluss macht.“
Als nächstes kommt das Zweier-Battle
Doch er blickt zuversichtlich nach vorn. Wie heißt es doch so schön im Pur-Song: „Trau dich nur zu spinnen, es liegt in deiner Hand.“ Ein gutes Omen? Vielleicht. Wie weit er es in der TV-Show schafft, darf Patrik Schmitt nicht verraten. Die Blind Auditions laufen noch bis zum 20. Oktober, danach treten die Kandidaten der jeweiligen Teams gegeneinander an. Um weiterzukommen, muss er als nächstes ein Zweier-Battle gewinnen. Mit welchem Song? „Das wird eine Überraschung.“ Der Sendetermin für das Duell wurde noch nicht bekannt gegeben.
„The Voice of Germany“ ist donnerstags auf ProSieben und freitags in SAT.1, jeweils um 20.15 Uhr zu sehen.