Talent von Borussia Dortmund Hass-Tiraden gegen Youssoufa Moukoko sorgen für Empörung

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Der BVB-Nachwuchsspieler Youssoufa Moukoko wird von Schalker Fans rassistisch beleidigt. Der DFB ermittelt.

Opfer rassistischer Beschimpfungen: BVB-Nachwuchsspieler Youssoufa Moukoko Foto: dpa/Revierfoto
Opfer rassistischer Beschimpfungen: BVB-Nachwuchsspieler Youssoufa Moukoko Foto: dpa/Revierfoto

Stuttgart - Was für ein außerordentliches Sturmtalent Youssoufa Moukoko ist, zeigte er im Revierderby zwischen den A-Jugendmannschaften von Borussia Dortmund und Schalke 04. Alle drei Tore erzielte er beim 3:2-Erfolg der Borussia, und obwohl er noch zarte 15 Jahre alt ist, jubelte er schon wie ein Großer und rutschte gekonnt über den Rasen nach seinem zweiten Dreierpack. Weil er so wunderbar trifft, wollen die Dortmunder ihn vom 20. November an auch bei den großen Jungs um Marco Reus mitspielen lassen. Dann ist Moukoko 16 und darf den nächsten Sprung seiner bislang fabelhaften Entwicklung machen.

Die schöne Geschichte wurde überschattet durch eine extrem unschöne Erfahrung, die Youssoufa Moukoko auch machen musste in dem Derby. Schalker Fans haben das Dortmunder Talent auf widerliche Art mit rassistischen Hass-Tiraden zu beleidigen. Es mag zu Tränen rühren, wie tapfer und gefasst sich der junge Fußballer zu dem unterirdischen Verhalten einiger Schalker Fans äußerte: „Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein, und werde es immer sein.“

Kaum in Worte zu fassen

Die Vorkommnisse lösten bei den Verantwortlichen ein Höchstmaß an Empörung aus. „Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans nur entschuldigen“, schrieb Schalke über die hässlichen Vorfälle. Der Dortmunder Jugendkoordinator Lars Ricken war indes froh, dass seine Mannschaft mit dem Sieg wenigstens eine sportliche Antwort auf dem Platz gegeben habe. „So etwas hat in einem Bundesligaspiel nichts zu suchen und schon gar nicht in einem Spiel der U19“, sagte Ricken den „Ruhrnachrichten“. „Es ist langsam nicht mehr in Worte zu fassen, was sich manche Menschen erlauben“, meinte indes der Schalker Sportvorstand Jochen Schneider. Sein Verein werde alles tun, um die Fans, die Moukoko so übel beleidigt hatten, zu identifizieren. Alle 300 Besucher des Derbys seien namentlich bekannt.

Im Fußball stellen sich Spieler wie Antonio Rüdiger in die erste Reihe und sagen dem Hass gegen Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft den Kampf an. Viel wird getan – aber es müssten sich wohl noch viel mehr Stimmen erheben. Vor allem im Fußball tritt das unsagbare Verhalten immer wieder in Erscheinung. Nicht einmal Jugendfußballer wie Moukoko, die noch sensibel und schutzbedürftig sind, werden von den Beschimpfungen verschont. „Ich brech dir alle Knochen!“ oder „Leg dich ins Grab!“ war von den Rängen zu hören.

DFB duldet keinen Rassismus

Solch ekelhaftes Verhalten missfällt auch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). In dieser Woche will ein Kontrollausschuss die Ermittlungen aufnehmen. „Der Deutsche Fußball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen“, sagte Thomas Bergmann, der beim DFB zuständig ist für die Junioren-Bundesliga.

Moukoko wuchs in seinen ersten zehn Lebensjahren bei seinen Großeltern in Kamerun auf. Sein Vater, der seit den 1990er-Jahren als deutscher Staatsbürger in Hamburg lebt, holte ihn im Sommer 2014 nach Deutschland, wo er auch für Jugendnationalmannschaften des DFB spielte. Anfang April 2020 stimmte die DFL-Mitgliederversammlung einem Antrag des BVB zu, dass ein Spieler bereits mit 16 Jahren eine Spielerlaubnis für die Bundesliga erhalten kann – zuvor war dies erst ab 17 Jahren möglich.

Die Borussia setzt auf Youssoufa Moukoko. „Er ist Linksfuß, Rechtsfuß und sehr effizient. Es ist schön, das zu sehen und es macht Spaß, ihn zu trainieren“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre. Auch ihn haben die Vorfälle im Derby geschockt.




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