Meret Beckers Kommissarin Nina Rubin im „Tatort“ aus Berlin stirbt. Wie sich die Ermittlerin aus der ARD-Reihe verabschiedet und ob sich die Folge „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“ gelohnt hat.

Leben: Nicole Golombek (golo)

Was taugt „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“? Der neue „Tatort“ aus „Berlin“ im Schnellcheck:

Die Handlung in zwei Sätzen Julie (Bella Dayne), Gattin eines russischen Mafioso, will aussteigen und bittet Nina Rubin (Meret Becker), ihr ins Zeugenschutzprogramm zu helfen. Klappt auch, aber Rubin stirbt. Vor allem wegen der Vertrauensprobleme und der vertrackten Affäre zwischen Rubin und Robert Karow (Mark Waschke) – und weil ein Spitzel bei der Polizei erst spät enttarnt wird.

Zahl der Leichen 3

Der böse Dialog Karow (im Auto): „Worauf warten Sie noch?“ Rubin: „Ich dachte, jetzt kommt irgendwas von wegen Gefühle.“ Karow: „Gefühle sind was für hässliche Menschen. Oder willst du irgendwas mit Liebe hören?“ Rubin: „Watt soll dett sein?“

Die dumme Panne Rubin läuft bei einem Treffen mit Julie im Souvenirladen direkt an ihrem Bodyguard vorbei statt zwischen den Regalreihen zu warten, bis Julie geht. Natürlich erkennt der Typ Rubin wieder, als sie mit Karow im Haus von Julies Mann auftaucht.

Spannung Am Anfang gibt’s so viele Pannen und unglaubwürdige Wendungen, dass man fast ausgeschaltet hätte, dann entwickelt sich noch klassische Mafia-Krimi-Spannung. Inklusive fatale Verabschiedungsszene am Flughafen – als wollten die Protagonistinnen die berühmte Szene aus dem Filmklassiker „Casablanca“ nachspielen.

Selbstironie Becker und Waschke, die ja auch im Theater zu sehen sind, machen sich über ihre Profession lustig: Die Kommissarin will mit dem Kommissar ausgehen. Sie: „Was ist mit heute abend: Theater?“ – Er: „Schauspieler? Oh, näh!“

Unser Fazit Meret Beckers von Tragik umflorter Blick lässt bald ahnen, dass sie nicht ihren Job aufgibt, sondern sterben wird. Ein Abgang mit Mut zum Pathos.

Spannung Note 1-2 ; Logik Note 3

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