In „Macht der Familie“ hat das Hamburger Team Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) einen Waffenschieber gejagt. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Hamburg - Was taugt „Macht der Familie“? Der neue „Tatort“ aus Hamburg in unserem Schnellcheck.

 

Die Handlung in zwei Sätzen Beim Versuch eines verdeckten Ermittlers, eine Waffenschiebergang zu überführen, kommen sowohl er als auch weitere Menschen ums Leben. Grosz (Franziska Weisz) und Falke (Wotan Wilke Möhring) bringen ihre Kollegin Marija Timofejew (Tatiana Nekrasov) in die Bredouille, aus der privaten Beziehung zu ihrem kriminellen Onkel Informationen abzuschöpfen.

Zahl der Leichen mindestens acht

Grauzone Waffenhändler geben Schurken ab, die jeder innig hassen kann. Der Regisseur und Autor Niki Stein aber macht uns das nicht so leicht. Einer der Waffenschieber erklärt cool, große Länder würden mit ihren Waffenlieferungen entscheiden, wer in Konflikten eine Chance habe. Sie aber könnten auch denjenigen helfen, die andere verlieren sehen wollen. Tatsächlich sind die Luftabwehrraketen, um die es hier geht, für die kurdischen Peschmerga bestimmt, die der Westen anfangs als Bollwerk gegen den Islamischen Staat nutzte und dann im Stich ließ.

Handwerk Auch wenn im Hintergrund große Fragen lauern, es geht im Vordergrund um konkrete Arbeit. Tough inszeniert Stein den scheiternden Waffendeal. Banale Momente werden hoch spannend, weil wir wissen, dass etwas schiefgehen wird.

Schießkunst Menschen mit Jagdgewehr treffen Ziele auf relativ kurze Distanz nicht, Menschen mit Pistole treffen über weitere Entfernung genau: halt immer so, wie das Drehbuch es braucht. Das nervt.

Unser Fazit Ein spannender Krimi, dessen Atmosphäre und Typen gut über die üblichen Logiklöcher hinweg tragen.

Spannung Note 2; Logik Note 3