Tennis: Die Vereine bereiten sich auf die Sommersaison vor Der Trend geht bundesweit nach oben

Sprung in die neue Tennis-Freiluftsaison: Mit Einschränkungen dürfen die Sportler in dieser Corona-Pandemie wieder auf die rote Asche. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler
Sprung in die neue Tennis-Freiluftsaison: Mit Einschränkungen dürfen die Sportler in dieser Corona-Pandemie wieder auf die rote Asche. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Die Tennisvereine und Tennisabteilungen in Fellbach und Kernen verzeichnen in dieser Corona-Pandemie zumeist einen Mitgliederrückgang und zeigen damit ein entgegengesetztes Bild zu den neuesten Zahlen des Deutschen Tennis-Bunds.

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Fellbach - Die Mitgliederzahlen beim Deutschen Tennis-Bund (DTB) sind seit ihrem Maximum im Jahr 1995 stetig gesunken. Damals waren es noch gut 2,3 Millionen Tennisbegeisterte. Insofern ist es nicht weiter bemerkenswert, dass die Zahlen auch im Jahr vor der Corona-Pandemie weiter gesunken sind – auf gut 1,4 Millionen im Jahr 2019. Kleiner war die Zahl zuletzt im Jahr 1980, also noch vor den Auswirkungen des Tennisbooms in Deutschland, ausgelöst von Boris Becker und Steffi Graf. Ein wenig verwunderlich ist dagegen die jüngste Aussage von Klaus-Peter Dittrich, dem Pressesprecher des DTB: „Bei der Auswertung der Zahlen aus dem Jahr 2020 von bislang neun unserer 17 Landesverbände zeigt sich eine Tendenz, dass wir im Tennissport einen Mitgliederzuwachs verzeichnen können.“ Belastbare Zahlen sind indes erst im Sommer dieses Jahres verfügbar, da einige Landesverbände – unter anderen der Württembergische Tennis-Bund (WTB) – ihre Abfragen erst spät abschließen.

Unterschiedlich betroffen von Bewegungseinschränkungen

Eine Erklärung für den Mitgliederzuwachs könnte sein, dass der Tennissport, der ja zu zweit oder zu viert ausgeübt werden kann, im von der Corona-Pandemie gezeichneten Jahr 2020 nicht in allen Gegenden Deutschlands so sehr betroffen war von den Bewegungseinschränkungen. Auch in der jüngsten Wintersaison konnten die Landesverbände unterschiedlich mit der Situation umgehen. Während die Tennishallen im Süden des Landes, wie zum Beispiel auch die Hallen des TEV Fellbach und des TV Oeffingen, oftmals schließen mussten, konnten Tennisspieler im Norden Deutschlands ihrem favorisierten Sport nachgehen. Noch lässt sich jedoch nicht abschließend bewerten, welche Faktoren tatsächlich eine Rolle gespielt haben bei der absehbaren Trendumkehr.

Entgegen der bundesweiten Tendenz gestaltet sich die Mitgliederentwicklung bei den Vereinen und Abteilungen in Fellbach und Kernen ganz anders. Bis auf den TC Stetten, den kleinsten Verbund, der gleich groß geblieben ist, haben sie alle Mitglieder verloren. Der TEV Fellbach ist mit seinen 526 Mitgliedern, zwölf Freiluft- und zwei Hallenplätzen zwar noch immer die mit Abstand größte Tennisgemeinschaft; er verzeichnet jedoch im Vergleich zum Vorjahr 20 Mitglieder weniger. Der Vorsitzende Frank Marschner macht sich aber vor allem Gedanken wegen der Situation um die Tennishalle: „Wir hatten wegen der Schließung unserer Hallen von Mitte Dezember an Mindereinnahmen, die der Verein im Moment nicht mit anderen Einnahmequellen ausgleichen kann. Der Tennisverein prüft, ob staatliche Überbrückungshilfen beantragt werden können.“ An den langfristigen Planungen sollte die angespannte Finanzsituation allerdings nichts ändern. In dieser besonderen Lage haben die Verantwortlichen des Vereins die Sandplätze im Freien bereits Ende März freigegeben. So ist zumindest der Spielbetrieb für die Mitglieder wieder möglich, wenn auch noch mit Einschränkungen. Auf eine offizielle Saisoneröffnung verzichtet der Verein an der Kienbachstraße in Fellbach in diesem Jahr.

Beim TVOe sind die Austritte saisonbedingt normal, es fehlen die Eintritte

Beim TV Oeffingen sollen die neun Sandplätze im Freien am Wochenende bespielbar sein. Die Tennisabteilung ist zwar noch immer die Nummer zwei in der Stadt, allerdings musste sie einen markanten Mitgliederrückgang hinnehmen – von 310 im vergangenen Jahr auf 283 in diesem. „Die Austritte sind saisonbedingt normal, allerdings fehlen im Coronajahr 2020 die Eintritte praktisch komplett“, sagt der Abteilungsleiter Matthias Banhart. Auf die Belegung der Zweifeld-Halle hat er dagegen keinen Einfluss, sie wird vom Hauptverein verwaltet. Um den Saisonstart attraktiver zu gestalten, plant der DTB in diesem Jahr wieder seine Aktion „Deutschland spielt Tennis“, an ihr wird auch der TVOe teilnehmen. Der WTB ist mit 747 angemeldeten Vereinen bundesweit Spitzenreiter der Landesverbände.

Die Tennisabteilung des TSV Schmiden wird von dieser Aktion wohl Abstand halten, um möglichst wenig Kontaktpunkte auf der Anlage (sechs Freiluft- und zwei Hallenplätze) zu haben. Auch sie verzeichnet heuer im Vergleich zum vergangenen Jahr rund 20 Mitglieder weniger – jetzt 250 –, und auch der Abteilungsleiter Jürgen Mayer führt dies auf fehlende Zugänge zurück. „Die wirtschaftlichen Folgen sind natürlich immens, und die Auswirkungen sind zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin noch nicht zu 100 Prozent absehbar.“ Etwas anders bereitet dem Vordenker der Schmidener ebenfalls große Sorgen: „Aufgrund der Kontaktbeschränkungen ist das Vereinsleben beinahe vollständig zum Erliegen gekommen.“

Der TC Rommelshausen zählt nur fünf Mitglieder weniger

Der TC Rommelshausen ist bislang ganz gut durch diese Krise gekommen, die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Steffen Günter zählen nur fünf Mitglieder weniger als noch im Vorjahr. Jetzt sind es 225. Die sechs Freiplätze sind bereits eröffnet; am 25. April soll, wenn es die dann gültige Corona-Verordnung erlaubt, die Aktion „Deutschland spielt Tennis“ stattfinden. In dieser außergewöhnlichen Zeit möchte Steffen Günter die Mitglieder in Ausschüssen enger an den Verein binden.

Die Breitensportwartin Heide Marte-Lowe vom TC Stetten ist frustriert ob des Hin und Her bei der Frage: Darf in der Halle gespielt werden? Glücklich ist sie beim Blick auf die Mitgliederzahl, sie liegt konstant bei 145. „Und fehlende Einnahmen im vergangenen Jahr konnten mit Events im Sommer kompensiert werden.“ Die Saisoneröffnung soll am 24. April stattfinden – wenn es die Corona-Pandemie auch wirklich zulassen sollte.




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