Theaterhaus Stuttgart Stadt gerät jetzt unter Zeitdruck
Die Investorenlösung für den Erweiterungsbau ist vom Tisch. Das Projekt muss 2028 erstellt sein. Andernfalls steht Gauthier Dance auf der Straße.
Die Investorenlösung für den Erweiterungsbau ist vom Tisch. Das Projekt muss 2028 erstellt sein. Andernfalls steht Gauthier Dance auf der Straße.
Das öko-soziale Bündnis hat im Verwaltungsausschuss dem nach eigener Aussage überlasteten städtischen Hochbauamt eine schwere Aufgabe übertragen: Es muss nun doch selbst den Erweiterungsbau des Theaterhauses mit Proberäumen, Lagern und Logistikflächen nebst Tiefgarage und Büros auf dem Pragsattel erstellen.
Der Vorschlag eines privaten Investorenmodells durch Kulturbürgermeister Fabian Mayer und Kämmerer Thomas Fuhrmann (beide CDU) fand keine Mehrheit. Die Schwierigkeit der jetzigen Lösung ist neben der Verhinderung einer Kostenexplosion die Fertigstellung des auf 105 Millionen Euro geschätzten Projekts binnen fünf Jahren. Ist das Gebäude bis dahin nicht fertig, stünde das Ballettensemble Gauthier Dance auf der Straße. Die Compagnie probt wie auch die Schauspielgruppe des Theaterhauses im Eigentum des Münchner Projektentwicklers Alfons Doblinger, der die Flächen am Löwentor längst gewerblich nutzen wollte. Er hat ein Herz für die schönen Künste, aber nur bedingt Verständnis dafür, dass die Stadt nicht voran kommt. Nun müssen die Künstler ihren Probestandort räumen, können aber in die Nachbarhalle ziehen. Den Mietvertrag begrenzt Doblinger aber eben nur auf fünf Jahre. Weil man nun an der Rathausspitze verstanden hat, dass man den Eigentümer der Firma Dibag nicht provozieren sollte, werden die Vertragsbedingungen dem Verwaltungsausschuss schon in der nächsten Sitzung in zwei Wochen präsentiert.
Die Stadt setzte beim Erweiterungsmodell auf das Investorenmodell, weil sie kein Personal für weitere Projekte hat und Private schneller Aufträge vergeben können als die öffentliche Hand. Das Grundstück nur im Erbbaurecht zu vergeben und ein Wiederverkaufsrecht zur Bedingung zu machen, überzeugte die Kritiker nicht. Weil das Theaterhaus nun auf einen Saal für 600 Besucher verzichtet, benötigt es nur noch ein Drittel des Gebäudes. Wer die übrigen zwei Drittel für Büros anmietet, ist ungewiss.