Theaterpremiere von „Im Wolfsland“ in Donzdorf Unter gar nicht so wilden Tieren

Von  

Die Kleine Theater AG des Donzdorfer Rechberg-Gymnasiums bringt den Jugendroman „Im Wolfsland“ auf die Bühne. Nicht nur die Autorin Uta Reichardt fiebert der Premiere an diesem Samstag entgegen.

Bei „Im Wolfsland“ geht’s auf der Bühne ganz schön zur Sache. Foto:  
Bei „Im Wolfsland“ geht’s auf der Bühne ganz schön zur Sache. Foto:  

Donzdorf - Uta Reichardt hat viel Fantasie. Dass sie ihren ersten, 2017 erschienenen Jugendroman „Im Wolfsland“ irgendwann auf einer Theaterbühne sehen würde, konnte sich die Autorin aus Remseck im Kreis Ludwigsburg jedoch nicht vorstellen. An diesem Samstag ist es nun allerdings so weit: In der Aula des Donzdorfer Rechberg-Gymnasiums feiert „Im Wolfsland“ um 19 Uhr Premiere, nachdem der Theaterlehrer Klaus Kraner aus dem spannenden Stoff ein nicht minder spannendes Stück gemacht hat.

„Ich konnte mir mein Buch zwar gut als Film vorstellen, an eine Theatervariante hatte ich aber schlichtweg nicht gedacht. Deshalb war ich zunächst schon überrascht“, räumt Reichardt ein. Als sie dann aber Klaus Kraners Adaption zum ersten Mal gelesen habe, sei sie sofort begeistert gewesen, ergänzt die 48-Jährige, die der Aufführung ebenso entgegen fiebert, wie die 26 Darstellerinnen und Darsteller im Alter zwischen elf und 15 Jahren.

Gleich mehrere aktuelle Themen im Fokus

„Im Wolfsland“ – und damit natürlich auch das Bühnenstück – greift gleich mehrere aktuelle Themen auf. Es geht um Vorurteile, um Ängste, um Mobbing – und natürlich um Wölfe: So ist ein Schullandheimaufenthalt in einer Gegend, in der zuletzt Wölfe gesichtet wurden, für die Achtklässler eine spannende Sache. Nur Louisa, ohnehin schon eine Außenseiterin, hat keine Lust darauf, so dass sich ihre Mitschüler schnell auf sie einschießen. Als verschlossenes, ehemaliges Heimkind mit wenig Geld bietet sie die optimale Angriffsfläche.

Nach einem handgreiflichen Streit mit dem Klassenliebling Jonas reißt sie aus und flüchtet in den Wald, um einem Schulverweis zu entgehen. Dort trifft sie auf die Wölfe und auf Lupo, ebenfalls ein Ausreißer, der mit den Tieren zusammen lebt.

Fast ein Jahr lang hat die Kleine Theater AG geprobt

Nach und nach gelingt es Louisa, von den Wölfen akzeptiert zu werden und Lupos Freundschaft zu gewinnen. Doch die Idylle ist in Gefahr: Der Hausmeister des Schullandheims und die Bauern der Umgebung gehen auf Wolfsjagd. Das ist zwar verboten, doch die Menschen fühlen sich von den geheimnisvoll anmutenden Tieren bedroht, so dass immer mehr Wölfe den Wilderen zum Opfer fallen.

Ob Louisa und Lupo zumindest die Wolfswelpen retten können? Ob die Wilderer ihre gerechte Strafe bekommen? Ob Louisa von der Schule fliegt? – Diese und viele weitere Fragen werden, analog zu Reichardts Roman, in Kraners Inszenierung beantwortet. Dieser lobt „die reife Leistung des jungen Ensembles, das aus dem Stück eine fesselnde Geschichte über Freundschaft, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Vertrauen und Selbstvertrauen gemacht hat“. Fast ein Jahr lang hätten die Schülerinnen und Schüler geprobt und seien tief in die Themen eingetaucht. „Jetzt freuen wir uns alle darauf, das Publikum und selbstverständlich auch die Autorin in Wolfsland zu entführen“.




Unsere Empfehlung für Sie