Thommi Baake in Höfingen Fake News aus der Welt des Tees

Von Doris Caumanns 

Thommi Baake entführt sein Publikum auf einen Genuss-Trip.

Thommi Baakes große Leidenschaft: Tee. Foto: Ronnefeldt
Thommi Baakes große Leidenschaft: Tee. Foto: Ronnefeldt

Leonberg - Die Menschheit teilt sich bekanntlich in Teetrinker und Kaffeetrinker, und auch „Mischtrinker“ gehören nicht zu den Exoten. Im Alten Rathaus Höfingen sind am Samstagabend auf Einladung des Höfinger Heimat- und Kulturvereins all diese Typen vertreten, als der Schauspieler und Kabarettist Thommi Baake unterhaltsam und witzig über seine Leidenschaft plaudert: Tee.

Im Stil der 20er Jahre in Knickerbockers, braunen Strickstrümpfen, Weste und Schiebermütze samt silbrig glitzernder Schnürschuhe klärt er das kleine, aber erlesene Publikum auf, wie denn der Tee in die Welt gekommen ist, ob Teebeutel politisch korrekt sind und wie ein Picknick aus der Perspektive einer alten Thermoskanne so abläuft. Das Publikum genießt zufrieden die angebotenen verschiedenen Teesorten von schwarzem über grünen bis zu Pfefferminztee samt feinem Gebäck.

Die Legende von der Entstehung des Tees

Zum Ursprung des Tees bietet Thommi Baake zwei Varianten, eine harmlose und eine etwas gewöhnungsbedürftige: Der Legende nach saß vor 5000 Jahren der chinesische Kaiser mit einer Schale heißem Wasser unter einem Baum. Während er schlief, fiel ein Blatt in die Schale - und er fand das neue Getränk köstlich. Variante zwei: Ein indischer Mönch wollte auf seiner Wanderschaft sieben Jahre nicht schlafen, was er aber nicht schaffte, worauf er seine Augenlider ausriss, die zu Boden fielen, – und dort wuchs ein Teestrauch.

Aber der Tee-Freak hat auch eigene Geschichten dabei, die er vorsorglich mit dem Schild „Teeflunkergeschichten“ markiert, wenn er in den Bereich der alternativen Fakten abdriftet. Die Fake News aus der Welt des Tees umfassen Geschichten über fiktive Promis, wie den russischen Astronauten Alexej Sputnikov, der als erster Mensch Tee im Weltall getrunken habe, wie Thommi Baake augenzwinkernd und mit „rrruuussischem“ Akzent erzählt, oder die Geschichte von der englischen Queen, die an der spannendsten Stelle mit einem Cliffhanger abgebrochen wird für eine Pause, in der die Besucher über Tee fachsimpeln, eine andere Sorte probieren oder in den Büchern von Thommi Baake schmökern können.

Kleine Teeflunkergeschichten

Aber der Tee-Entertainer hat noch mehr drauf: Er packt seine Gitarre und schmettert: „Ich liebe Tee, einfach Tee – zum Mineralwasser sag’ ich Nee, ich brauche meinen leckeren Tee“ – und das Publikum singt gut gelaunt mit. Dann plaudert er aus dem Nähkästchen, denn Tee polarisiert sogar in seiner eigenen Familie: Während sein Sohn Tee als „einfach heißes Wasser“ disqualifiziert, schwärmt die Tochter mit (von Papa geerbter) Fantasie: „Tee trinken ist wie am Sonntag aufwachen und wissen, man hat keinerlei Verpflichtungen.“

Aber Thommi Baake erzählt nicht nur, er inszeniert seine kleinen Teeflunkergeschichten, macht ein kleines Tee-Quiz („Wie viele Tassen Tee hat die Queen in ihrem bisherigen Leben getrunken?“), erfindet neue Redewendungen („Da wird der Tee in der Tasse verrückt“, „Tee nach Darjeeling tragen“ oder „Alter schützt vor Teebeuteln nicht!“) und verblüfft das Publikum mit der Info (kein Fake!), dass grüner Tee mehr Koffein enthält als schwarzer.

Das Publikum ist sich einig: Ein unterhaltsamer Tee-Trip, und die Besucher werden künftig achtsamer und dank Thommi Baake auch kenntnisreicher ihre Tasse Tee schlürfen.