Tierrettung in Wolfschlugen Feuerwehr befreit Turmfalken

Petra Schukalski und der Feuerwehrmann Markus Vogt versorgten den Vogel im Tierrettungswagen. Foto: 7aktuell.de 8 Bilder
Petra Schukalski und der Feuerwehrmann Markus Vogt versorgten den Vogel im Tierrettungswagen. Foto: 7aktuell.de

Ein in einem Nylonnetz verhedderter Greifvogel ist am Donnertagabend in Wolfschlugen von der Feuerwehr aus seiner misslichen Lage geborgen worden. Entgegen erster Befürchtungen hat sich das Tier recht schnell wieder erholt.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Wolfschlugen - Die Feuerwehr kommt immer dann, wenn es brenzlig wird. Das kann im übertragenen Sinne auch wegen eines Tieres sein, das sich in einer Notlage befindet. Etwa, wenn sich eine Katze in einem Baum verstiegen hat. Eher ungewöhnlich war aber der Einsatz der Wolf-schlugener Wehr am Donnerstagabend. An einem Haus in der Mörikestraße hatte sich ein Turmfalkenweibchen unter dem Vorsprung des Dachfirsts verfangen. Kopfüber hing der Greifvogel dort, er hatte sich einem Netz der Taubenabwehr verheddert und konnte sich selbst mit kräftigen Flügelschlägen nicht befreien.

Dem Falkenweibchen geht es schon viel besser

Mit der Feuerwehr, die den Vogel mit Hilfe eines Kranwagens geborgen hat, war auch Petra Schukalski, die Geschäftsführerin der Tierrettung Neckar-Alb, vor Ort. Sie versorgte den Falken in ihrem Rettungswagen. Zunächst habe sie in mühsamer Kleinarbeit mit einer Pinzette und einer Schere seine Fänge von dem Nylongeflecht befreit, erzählt sie. Bei seinem panischen Flattern an der Hauswand habe sich der Vogel leichte Schürfwunden zugezogen, die sie verarztet habe. Zunächst habe sie befürchtet, dass sich der Vogel auch einen Oberschenkel gebrochen habe, aber das sei wohl auszuschließen“, berichtet die Tierretterin.

Inzwischen stehe der gefiederte Patient in seiner Box und habe auch schon Wasser getrunken. Der Stress durch den Unfall und die Befreiung habe ihm wohl stark zugesetzt. Daher habe man dem Vogel ein Handtuch über den Kopf gelegt, um ihn zu beruhigen, gleichzeitig habe man damit die Retter vor Attacken geschützt. Der Falke habe einen sehr angeschlagenen Eindruck gemacht, sich über Nacht aber sehr gut erholt. Hätte sich der erste Eindruck einer schweren Verletzung bestätigt, hätte sie den Turmfalken in die Tierklinik nach Reutlingen gebracht, erklärt Petra Schukalski. Schlimmstenfalls hätte er dort von seinem Leiden erlöst werden müssen.

Die Vögel brüten zurzeit

Glücklicherweise bleibe das dem Tier erspart, aber es müsse das Wochenende zur Erholung vorsichtshalber im Vogelschutzzentrum Mössingen (Kreis Tübingen) verbringen. Anfang nächster Woche soll es wieder ausgewildert werden. Je früher, umso besser, denn zurzeit brüteten die Vögel. Und der gerettete Falke solle möglichst schnell wieder seinen Elternpflichten nachkommen können.




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