Verkehrsübungsplatz in Kirchheim/Teck Tödliche Unfälle: Polizei geht von Fahrfehlern aus
Die zwei tödlichen Unfälle auf dem Kirchheimer Verkehrsübungsplatz in der vergangenen Woche schockieren den Betreiberverein.
Die zwei tödlichen Unfälle auf dem Kirchheimer Verkehrsübungsplatz in der vergangenen Woche schockieren den Betreiberverein.
Wenige Tage nach dem zweiten tödlichen Unfall auf dem Kirchheimer Verkehrsübungsplatz Birkhau innerhalb von einer Woche ist man dort immer noch fassungslos. „Es ist für uns alle unverständlich, wie das passieren konnte“, sagt Bernhard Luz, Vorsitzender des Motorsportclubs Kirchheim/Teck, der den Übungsplatz betreibt. Für ihn ist klar, dass die Unfälle weder auf das Sicherheitskonzept noch auf das Gelände zurückzuführen sind, sondern ganz klar auf Fahrfehler. Auch bei der Polizei geht man nach wie vor von Fahrfehlern als Unfallursachen aus – die Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
Am Samstagmittag ist eine 22-jährige Motorradfahrerin bei einem internen Training des Motorsportclubs ums Leben gekommen. Sie war bei dem sogenannten Supermoto-Training auf einer für den Rennsport entwickelten Maschine unterwegs, verlor die Kontrolle über ihr Motorrad und kam von der Fahrbahn ab. Laut der Polizei fuhr sie einen Erdhügel hinauf, stürzte und wurde dabei so schwer verletzt, dass sie trotz Versorgung durch Ersthelfer und Rettungsdienst noch an der Unfallstelle starb.
Erst wenige Tage zuvor war auf demselben Gelände der 55-jährige Kursleiter eines externen Seminars für Fahrsicherheitstrainer zu Tode gekommen. Ein 53 Jahre alter Teilnehmer des Trainings war bei einer Bremsübung mit seiner Maschine ins Schlingern geraten und hatte den Trainer erfasst. Dieser erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
Größere interne Trainings wie das am Samstag veranstalte sein Verein mehrmals im Jahr, und das schon seit Jahren, berichtet Bernhard Luz. Es gebe zwar immer wieder kleinere Vorfälle, Blessuren oder auch mal einen Knochenbruch. Aber einen schweren Unfall habe es noch nie gegeben – und erst recht keinen tödlichen. „Die zwei Todesfälle letzte Woche sind sehr schockierend für uns, das hat uns aus den Angeln gehoben.“ Zumal diese völlig unabhängig voneinander in ganz unterschiedlichen Veranstaltungen und an zwei verschiedenen Stellen passiert seien, die aus seiner Sicht keinerlei Gefahr bergen. „Sonst hätten wir dort schon längst etwas gemacht“, sagt Luz.
Schließlich achte sein Verein penibel auf die Sicherheitsstandards: „Wir legen die Latte bei der Sicherheit sehr hoch“, betont er. Offizielle Sicherheitsvorgaben für derartige Verkehrsübungsplätze gebe es nicht, ebenso wenig behördliche oder polizeiliche Kontrollen der Anlage. Aber schon aus eigenem Interesse nehme man das Thema sehr ernst, kontrolliere und verbessere die Strecke immer wieder und schreibe zudem eine technische Abnahme der Fahrzeuge vor. „Sicherheit und Motorsport gehören zusammen“, sagt Luz. Dennoch könne man Unfälle durch Fahrfehler leider nicht vermeiden.
Der Vereinsbetrieb auf dem Verkehrsübungsplatz in der Nähe des Naherholungsgebietes Bürgerseen und des Segelfluggeländes Hahnweide wird laut Bernhard Luz diese Woche ausgesetzt, allerdings nur aus Pietäts-, nicht aber aus Sicherheitsgründen. Der Übungsbetrieb sowie externe Veranstaltungen fänden weiterhin statt.
Der Motorsportclub Kirchheim/Teck ist eine Ortsgruppe des ADAC. Doch beim ADAC will man sich nicht zu den Vorfällen äußern. Die Polizei hat ihre Ermittlungen zu den beiden Unfällen unterdessen noch nicht abgeschlossen. Sie hat die Motorräder beschlagnahmt, um sie genauer untersuchen zu können. Das sei ein Standardvorgehen, wenn man nicht ausschließen könne, dass technische Fehler im Fahrzeug einen Unfall mit verursacht haben könnten, heißt es. Bislang deute aber alles darauf hin, dass beide tödlichen Unfälle auf dem Übungsplatz durch Fahrfehler verursacht worden seien.