Tolle Aussichten in der Region Weingenuss und Weitblick

Selbst bei Nebel ein echter Hingucker: die Sunset Lounge auf der Luitenbächer Höhe Foto: Gottfried Stoppel

Über den Rems-Murr-Kreis hinaus ist die Sunset Lounge auf der Luitenbächer Höhe beliebt. Doch auch andernorts in der Region bieten sich tolle Aussichten. Wir geben einen Überblick.

Weinstadt - Zum Aussichtspunkt mit Terrasse ausgebaut hat sich das einst unscheinbare Wasserhäusle in den Weinbergen oberhalb von Großheppach im Remstal-Gartenschau-Jahr 2019 zu einem Besuchermagneten entwickelt. Vor allem, wenn örtliche Wengerter auf die Luitenbächer Höhe, wie der Hochpunkt getauft wurde, zur 105 Grad Oex Sunset Lounge einluden und ihre Rebensäfte zu weiteren Gaumengenüssen bei stimmungsvoller Musik ausschenkten. Nun nach coronabedingter Veranstaltungspause im vergangenen Jahr soll es bald wieder soweit sein. Gemeinsam mit örtlichen Weingütern möchte die Stadt Weinstadt die Sunset Lounge vom 2. Juli bis 5. September wieder öffnen.

 

Für drei verschiedene Zeitfenster gibt es Tickets zu kaufen

Darüber wie dies möglich ist, hat man sich im Vorfeld in der Stadtverwaltung Gedanken gemacht. Die erste Idee, Gäste bei einem Eintrittspreis von 2,50 Euro je drei Stunden lang in einer Art Schichtbetrieb bewirten zu lassen, verwarf man jedoch wieder. Das würde nicht funktionieren, meinte der Kulturamtsleiter Jochen Beglau dazu in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Menschen nach dem Besuch der Lounge rundherum in den Weinbergen verweilen. Stattdessen soll es nun vorab für drei verschiedene Zeitfenster Tickets zu kaufen geben: für freitags- oder samstagabends von jeweils 17 bis 22 Uhr für zehn Euro pro Person sowie für sonntags von 11 bis 14.30 Uhr oder 15 bis 18.30 Uhr für fünf Euro pro Nase. Die höheren Eintrittspreise seien wegen Coronavorgaben nötig, derentwegen man Mehrausgaben habe, aber weniger Gäste empfangen dürfe, verteidigte Jochen Beglau diese gegen die Kritik des CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Witzlinger. Dieser monierte, die Luitenbächer Höhe werde zu einem „Schickimicki-Vergnügen“, nachdem man sie doch eigentlich für alle Bürger errichtet habe.

Neben einem Ticket muss, um zur Lounge zugelassen zu werden, eine vollständige Corona-Impfung, ein Genesenen-Nachweis oder ein offiziell anerkannter negativer Coronatest vorgelegt sowie ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Ein mit der Luca-App zur besseren Kontaktnachverfolgung ausgestattetes Smartphone sei zwar wünschenswert, aber nicht Pflicht, heißt es.

Auch die Yburg in Kernen ist ein beliebter Aussichtspunkt

Ebenfalls ein beliebter Aussichtspunkt im Kreis ist die Yburg oberhalb von Kernen-Stetten. Doch hält sich die Gemeinde noch zurück. Veranstaltungen auf der Yburg seien aktuell nicht in Planung, sagt Daniela Callenius, die Sachgebietsleiterin für Tourismus und Kultur. Man sei allgemein zurückhaltend. „Im Besonderen gilt dies für Areale im Freien, zu denen Zugangskontrollen schwer umsetzbar sind.“

Als vorsichtig, was Corona angeht, bezeichnet man sich auch bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu. Obwohl die To-go-Ausschänke auf der Kirchheimer Weinterrasse, dem Schauinsland bei Bönnigheim (beide Kreis Ludwigsburg) und im Zweifelberg bei Brackenheim (Kreis Heilbronn) schon seit Längerem wieder möglich gewesen seien, habe man sie erst am letzten Mai-Wochenende wieder geöffnet. An mobilen Verkaufswägen gibt es sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie auf dem Schauinsland auch samstags von 14 bis 18 Uhr Weine der Kellerei in Flaschen zu kaufen. „Nach dem Einkauf muss man sich von den Verkaufswägen entfernen“, betont Anja Weller, die am Bönnigheimer Standort der Genossenschaft für Veranstaltungsplanung zuständig ist. Platz, um auf Picknickdecken sitzend den gekauften Wein zu genießen, gebe es indes rundherum in den Wengert genügend. Zudem seien Bänke aufgestellt, nur Tische seien nicht erlaubt.

Schöne Aussichten in der Region bieten sich jetzt auch wieder von Türmen des Schwäbischen Albvereins aus. Der Katharinenlindenturm bei Esslingen sowie im Kreis Reutlingen die Hohe Warte bei Bad Urach, der Römersteinturm bei Römerstein-Donnstetten und die drei Aussichtstürme auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen, Hursch-, Heroldstatt- und Waldgreutturm sind bereits geöffnet, berichtet die Pressereferentin des Vereins, Ute Dilg.

Im Rems-Murr-Kreis gibt es zwei Albvereinstürme

Auch im Rems-Murr-Kreis gibt es zwei Albvereinstürme, den Juxkopfturm bei Spiegelberg und den Kernenturm. Teils bot der Verein in Vor-Corona-Zeiten tageweise auch Bewirtung an seinen Aussichtspunkten an. Nähere Informationen dazu und zu aktuellen Öffnungen von Türmen gibt es im Internet auf https://tuerme-wanderheime.albverein.net.

Wer auf ein stimmungsvolles Rahmenprogramm beim Ausschauhalten nicht verzichten möchte, kann seine Hoffnungen auf „Berg in Flammen“ setzen, wenn die Bottwartal Winzer am 31. Oktober den Harzberg bei Großbottwar (Kreis Ludwigsburg) in Feuerschein tauchen wollen und an mehreren Stationen Wein, schwäbische Spezialitäten und Musik bieten. Weinstadt indes hat seinen „Leuchtenden Weinberg“ bereits abgesagt.

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