Transfermarkt Niedermeiers Happy End

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Nach dem Abstieg des VfB hat Georg Niedermeier lange nach einem neuen Club gesucht – nun wechselt der 30-Jährige offenbar zum SC Freiburg. Der Transfer zeigt, wie gefragt Innenverteidiger derzeit in ganz Europa sind.

Georg Niedermeier will künftig in Freiburg die Richtung vorgeben. Foto: Baumann
Georg Niedermeier will künftig in Freiburg die Richtung vorgeben. Foto: Baumann

Stuttgart - Moderne und junge Innenverteidiger sind ganz offensichtlich eine seltene Spezies. Jedenfalls sucht scheinbar ganz Europa diese Abwehrspieler, die nicht nur in der Defensive den Laden zusammenhalten, sondern auch in der Lage sind, das Offensivspiel mit gepflegten Vertikalpässen zu bereichern. Bayer Leverkusen hat jüngst 18 Millionen Euro ausgegeben, um den Österreicher Aleksandar Dragovic (25) aus Kiew zu holen; der VfL Wolfsburg wäre bereit, eine ähnliche Summer für den Dortmunder Matthias Ginter (22) zu bezahlen, beißt bislang jedoch auf Granit. Dem FC Arsenal wiederum gelang nach zähen Verhandlungen der Durchbruch – unglaubliche 41 Millionen Euro war es den Gunners wert, dem FC Valencia den zwölfmaligen deutschen Nationalspieler Shkodran Mustafi (24) abspenstig zu machen.

So prall gefüllt sind die Kassen des SC Freiburg nicht – weshalb die Breisgauer bei ihrer Suche nach einem neuen Innenverteidiger die Merkmale „modern“ und „jung“ kurzfristig gestrichen haben. Jetzt scheinen sie fündig geworden zu sein und stehen unmittelbar vor der Verpflichtung von Georg Niedermeier, der im Vorjahr mit dem VfB Stuttgart abgestiegen ist und sich zuletzt bei den Amateuren des FC Bayern fitgehalten hat. Niedermeier ist 30 Jahre alt und zählt eher zur Kategorie klassischer Vorstopper, weil ihn seine Kompromisslosigkeit und sein rustikales Zweikampfverhalten viel eher auszeichnen als das technisch hochwertiges Flachpassspiel.

Der SC Freiburg bekam einige Absagen

Doch ist die Not in Freiburg groß. Die etatmäßigen Stammverteidiger Marc-Oliver Kempf (21) und Marc Torrejon (30) sind verletzt; die Bemühungen um den Kongolesen Marcel Tisserand (23) vom AS Monaco verliefen ebenso im Sande wie die Verhandlungen mit dem FC Liverpool über den Portugiesen Tiago Ilori (23). Sie waren für den Sportclub nicht zu finanzieren, weshalb sie nach der bitteren 1:2-Auftaktniederlage bei Hertha BSC und kurz vor dem Ende der Transferperiode ihren Blick noch einmal ins Segment der ablösefreien Spieler warfen. „Wie müssen hinten noch etwas tun“, das sagte der SC-Trainer Christian Streich am Sonntag in Berlin und berichtete davon, dass man einen neuen Mann bereits fest im Visier habe.

Niedermeier gilt als untadeliger Musterprofi

Niedermeier stand siebeneinhalb Jahre beim VfB unter Vertrag, ehe sich nach dem Abstieg die Wege trennten. Er galt in all der Zeit als untadeliger Musterprofi, der sich stets ohne Rücksicht auf Verluste in die Zweikämpfe warf. Das verhalf ihm über die Jahre zwar zu fast 150 Bundesligaeinsätzen – doch begleiteten ihn stets nicht nur Zweifel der Fans, sondern auch Zweifel seiner Trainer, die auf seine Dienste irgendwann nicht mehr setzen mochten, egal ob sie Bruno Labbadia, Thomas Schneider oder Huub Stevens hießen. „Kommt mir jetzt bloß nicht mit dem Georg“, dieser berühmt gewordene Spruch rutschte vergangene Saison Alexander Zorniger raus, als es um die Frage ging, was man gegen die vielen Gegentore unternehmen könne.

Während Zorniger inzwischen mit Bröndby IF Tabellenführer der ersten dänischen Fußballliga ist, soll Niedermeier in Freiburg das tun, was er in Stuttgart gelernt hat: gegen den Abstieg kämpfen. Und andere Clubs wie 1860 München oder der FC Ingolstadt müssen ihre Suche nach einem neuen Innenverteidiger fortsetzen, denn auch sie hätten gern den früheren Stuttgarter verpflichtet.




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