Treffpunkt im Hallschlag Buntes Zelt lockt Alt und Jung unter ein Dach

Bettina Koch, Marlene Franck, Manal Fakhouri, Francis Stieglitz (von links) bei der Eröffnung des Habibi Dome. Foto: Iris Frey

Im Hallschlag ist der Habibi Dome im Römerkastell wieder aufgebaut. Das Projekt dient der Förderung des Zusammenhalts für Alt und Jung.

Lokales: Iris Frey (if)

Zur Eröffnung ist auch der Integrationsbeauftragte der Stadt Stuttgart, Gari Pavkovic, gekommen. Der Habibi Dome wird von der Initiative „Home not Shelter“ (Heimat, nicht Unterschlupf) mit dem Jugendmigrationsdienst der AWO Stuttgart veranstaltet. „Den Ansatz hier finde ich gut, weil er verschiedene Generationen, Milieus und Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft niederschwellig zusammenbringt“, sagt Pavkovic. Er ist das erste Mal zu Besuch bei dem Projekt, das es seit drei Jahren gibt. Das erste Mal fand es in Münster bei den Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete statt, danach im Hallschlag.

 

Marlene Franck, Francis Stieglitz und Manal Fakhouri von „Home not Shelter“ sowie Bettina Koch von der Awo Stuttgart freuen sich auf die kommenden vier Wochen und das Programm am und um das bunte Zelt. „Es ist ein partitiver Prozess. Wir haben Leute eingeladen, sich zu präsentieren“, sagt Franck. Das arabische Kosewort „Habibi“ (Liebling) ist seit einigen Jahren in Deutschland vor allem bei Jugendlichen beliebt. Es wird auch unter guten Freunden als Anrede genutzt. „Zusammen laut, bunt und schön“ lautet das Motto des diesjährigen Habibi Dome im Hallschlag.

Initiative will Begegnungen im Hallschlag schaffen

2015 wurde „Home not Shelter“ gegründet als Initiative der Hans-Sauer-Stiftung mit der Idee, Geflüchteten Räume zu schaffen. „Jetzt geht es vermehrt um die Sozialraumgestaltung, und darum, dass Begegnungen möglich sind“, sagt Franck.

Am Eröffnungstag stehen für Kinder und Jugendliche Tischkicker, Tischtennisplatte, Stelzen und andere Spiele am Zelt zum Spielen bereit. Fakhouri ist das erste Mal dabei, sie freut sich darauf, die Anwohner näher kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Alt und Jung kommen hier zusammen, je nach Angebot. Mal gibt es Hip-Hop, dann ein Legal Café zu Asylfragen. Franck resümiert aus ihren Erfahrungen mit dem Habibi Dome und sagt, man habe schon viele Familien erreicht. Der Habibi Dome darf immer genutzt werden, auch wenn es kein Programm gibt. Er bietet Schutz vor Regen und Sonne und hat Sitzbänke. Gesprochen wird auf Deutsch, Arabisch, Französisch und Englisch. Manal Fakhouri spricht Arabisch, der Rest des Teams Englisch und Französisch. Türkischsprechende Helfer fehlen noch. Das Team ist interdisziplinär, kommt teils aus der Architektur und Stadtplanung, Social Design und Community Management. Sie alle warten unter der geodätischen Kuppel, die nach dem amerikanischen Architekten Buckminster Faller gebaut ist, auf Besucher.

Bis zum 22. September vielerlei Angebote im Römerkastell

Zum Auftakt serviert Anwohner Fabio Cordeiro kleine, köstliche Appetizer unter dem Habibi Dome. Auf dem Programm bis 22. September steht beispielsweise natürliche Locken- und Afrohaarpflege für alle, Beratung bei Fragen zum Thema Schule, Ausbildung und Bewerbungen.

Es gibt Sportangebote, der Bücherbus kommt, und Interessierte zwischen acht und 18 Jahren können außerdem boxen lernen. Auch ein Feierabendkonzert lockt und die XGames, ein Spiel zur Radikalisierungsprävention des Vereins Inside Out. „Der Kletterturm wird sicher auch viele Besucher anlocken“, vermutet Franck.

Das Schöne sei, die Anwohner können einfach vorbeikommen. Und manchmal ergeben sich noch spontane Ergänzungen im Angebot. Bettina Koch ist insgesamt zufrieden: „Im Hallschlag ist die Netzwerk-Arbeit gut.“ Schulen, Jugendarbeit und Soziale Stadt und weitere Institutionen arbeiten eng zusammen. Fünfmal im Jahr trifft man sich unter dem Motto „Hallschlag aktuell“ zum Austausch. Pavkovic benennt das Ziel des Habibi Dome: „Das ist gelebte Alltagsintegration. Daraus kann was entstehen.“

Weitere Informationen unter www.homenotshelter.com/habibi2023.

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