Triathlon Spektakulärer Zielsprint sichert WM-Bronze

Von Nathalie Mainka 

Hanna Philippin aus Malmsheim ist beim siebten Rennen der Weltmeisterschaftsserie in Hamburg zweitbeste Deutsche nach Laura Lindemann und qualifiziert sich für die gemischte Staffel. Hier startet sie eine Aufholjagd.

  Foto: DTU/Joe Kleindl
  Foto: DTU/Joe Kleindl

Renningen-Malmsheim - Hamburg ist einfach nicht zu toppen“, schwärmte Hanna Philippin nach dem siebten von insgesamt neun Rennen in der Triathlon-Weltmeisterschaftsserie. Beim Sprintwettbewerb über 750 Meter Schwimmen in der Binnenalster, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen landete die Profisportlerin aus Malmsheim in 58,24 Minuten auf Platz 18. Schnellste Frau war die US-Amerikanerin Katie Zaferes in 57,03 Minuten vor Rachel Klamer aus den Niederlanden (57,14) und der Favoritin aus den USA, Gwen Jorgensen ( 57,29). Philippin, die in Saarbrücken lebt, kam hinter Laura Lindemann (58,06 Minuten) als zweitschnellste deutsche Teilnehmerin ins Ziel und sicherte sich damit einen Startplatz für das Weltmeisterschaftsrennen der gemischten Mannschaften am Sonntag.

Und hier hat sich das Quartett der Deutschen Triathlon Union – Laura Lindemann, Jonathan Zipf, Hanna Philippin und Gregor Buchholz – nach einem spektakulären Zielsprint die zweite WM-Medaille für Deutschland nach dem Titel 2013 gesichert. Gold ging bei der vierten Auflage erstmals an die USA (1:20,29 Stunden). Australien gewann zeitgleich mit dem DTU-Team (1:20,58 Stunden) Silber. Jedes Mitglied absolvierte 300 Meter Schwimmen sowie 6,6 Kilometer auf dem Rad und 1,6 Kilometer Laufen. Hanna Philippin übernahm als dritte Deutsche auf Platz fünf und schloss mit großem Team- und Kampfgeist schon beim Schwimmen die Lücke zu den enteilten Teams aus Südafrika, Russland und Frankreich. Auf dem Rad leistete sie viel Führungsarbeit. Umso höher ist ihre anschließende Laufleistung einzuordnen. „Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so gut geht“, sagte sie nach dem Rennen. Gregor Buchholz als letzter Starter machte die Bronzemedaille perfekt.

Schon am Samstag im Einzel-Wettbewerb wurden die Athleten in Hamburg begeistert von den Zuschauern umjubelt. „Die Massen haben dich ins Ziel getragen, das war einfach gigantisch“, so Philippin. Die 23-Jährige kam unter den Top 25 aus dem Wasser. Auf der anspruchsvollen Radstrecke durch die Innenstadt überzeugte sie dann in der Verfolgergruppe mit ihrer Führungsarbeit und machte einige Plätze gut. Als Zehntschnellste kam sie in die Wechselzone, fast zeitgleich mit ihrer Teamkollegin Laura Lindemann, die schließlich beim Laufen den etwas längeren Atem hatte. Philippin war zufrieden mit ihrer Vorstellung. „Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung“, sagte sie und spielte die zuletzt erlebten Erlebnisse bei ihren Rennen an, wo sie mal in einen Sturz verwickelt wurde oder von Krämpfen geplagt war. Und vor allem gelang es ihr, Abstand von den Aufregungen der letzten Tage zu gewinnen.

Denn in der Hansestadt stand am Wochenende auch die Sportpolitik im Fokus. Die Geschichte um die Vergabe der Startplätze für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ist noch nicht zu Ende. Obwohl allein Anne Haug die Qualifikationsnorm vorweisen konnte, wollte die Deutsche Triathlon Union (DTU) weitere vier Triathleten (Laura Lindemann, Anja Knapp, Steffen Justus und Gregor Buchholz) nach Rio schicken. Rebecca Robisch aus Saarlouis, Mitglied im Nationalkader, hatte erfolgreich gegen ihre Nicht-Nominierung geklagt (wir berichteten). Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gab in der vergangenen Woche nur Anne Haug grünes Licht. Dagegen wehrte sich Robisch erneut. Und nach einer jüngsten Entscheidung des Landgerichtes Frankfurt/Main muss der DOSB die Nominierung der Triathleten neu regeln. Damit könnte neben Anne Haug doch noch eine weitere Athletin oder ein Athlet die Reise nach Rio antreten.

Auf der Liste ganz oben steht Laura Lindemann. „Das alles war natürlich großes Thema hier in Hamburg, vor allem, weil Rebecca Robisch jetzt ihren Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt hat“, erzählte Hanna Philippin, die sich längst damit arrangiert hat, nicht nach Brasilien reisen zu dürfen. „Aber ich bin ja noch jung.“




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