Tübinger Straße Stadt will Falschparker mit Sitzbänken aussperren

Alles wie gehabt: Jetzt wird  vor den neuen Sitzbänken geparkt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Alles wie gehabt: Jetzt wird vor den neuen Sitzbänken geparkt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Mischverkehrsfläche in der Tübinger Straße wird neu mit Sitzbänken und Fahrradbügeln möbliert, um illegales Parken zu verhindern. Besser geworden ist die Lage dadurch nicht.

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Stuttgart - Die Tübinger Straße ist nach wie vor das Dorado der Falschparker in Stuttgart. „Der Abschnitt zwischen Querspange und dem Einkaufszentrum Gerber wird von uns so oft wie keine andere Straße in Stuttgart kontrolliert“, sagt Joachim Elser, der Leiter der Stuttgarter Verkehrsüberwachung. Dennoch wird das Parkverbot in der sogenannten Mischverkehrsfläche, in der auch Tempo 20 für Auto- und Radfahrer gilt, massiv missachtet. Dort darf nur zum Be- und Entladen für wenige Minuten gehalten werden. Innerhalb des schilderfreien Abschnitts gelten Fußgänger, Auto- und Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. „Shared Space“ lautet der Fachbegriff.

Die alltägliche Praxis sieht allerdings schon seit 2013 ganz anders aus. „In diesem Jahr haben wir in dem nur knapp 200 Meter langen Abschnitt zwischen der Querspange und der Sophienstraße bis Ende Juni bereits 3686 Strafzettel ausgestellt“, sagt Elser. Die Einnahmen für die Stadtkasse beliefen sich auf rund 60 000 Euro. Im vergangenen Jahr habe man 8163 Knöllchen verteilt. „Vor allem nachmittags und abends wird das Parkverbot stark missachtet. Deshalb sind unsere Kontrolleure täglich bis 22 Uhr an der Tübinger Straße unterwegs“, erklärt Elser. Eine noch stärkere Überwachung sei zwar wünschenwert, aber nicht zu leisten, ohne andere Bereiche zu vernachlässigen.

In den meisten Fällen handelt es sich um kurzzeitige Parkverstöße einer rasch wechselnden Kundschaft. „Es gibt aber eine zunehmende Zahl von Wiederholungstätern“, betont Elser. Diese müssten damit rechnen, nicht nur zu Kasse, sondern von der zuständigen Führerscheinstelle auch zu einem medizinisch-psychologischen Test gebeten zu werden. „Wer dauernd gegen Parkverbote verstößt, stellt nämlich seine charakterliche Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen, in Frage“, so Elser.




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