Den Turnerinnen gelingt beim Wettkampf in Meßstetten der Sprung von der 3. in die 2. Bundesliga – und das als Aufsteiger. Mehr als 100 KSV-Fans waren mit in den Zollernalbkreis gereist.

Ludwigsburg: Marius Venturini (mv)

Mehr als 100 Hohenecker Fans waren in den Zollernalbkreis mitgereist, in der Hoffnung, der Turn-Sensation beizuwohnen. Und in der Heuberghalle zu Meßstetten wurde der Hohenecker Anhang nicht enttäuscht. Ein dritter Platz reichte der Mannschaft von Trainerin Uta Ziegler, um den Sprung von der 3. in die 2. Bundesliga perfekt zu machen. Da war auch der Sieg des direkten Konkurrenten TS NeckarGym Nürtingen nicht mehr von Belang. In der Abschlusstabelle betrug der Hohenecker Vorsprung zwei Punkte.

Super Teamleistung und echte Punktlandung

„Es war eine super Teamleistung und eine echte Punktlandung“, freute sich Uta Ziegler, als sie sich am Sonntagabend im Teambus auf der Heimreise befand. Ziel des KSV-Trosses: das Gasthaus Krone in Hoheneck. Die Unterstützer waren bereits voraus gefahren, um alles für den Meisterempfang vorzubereiten, inklusive Videopräsentation. Schon vor Ort hatte Ziegler die Glückwünsche von gegnerischen Übungsleitern entgegennehmen dürfen. Und eine besondere Gratulantin meldete sich direkt nach Wettkampfende bei KSV-Abteilungsleiterin Ula Grebenstein. „Als die Mannschaft noch auf dem Podest stand, hat mich die ehemalige Bundestrainerin Ulla Koch angerufen und uns beglückwünscht“, berichtet sie. Mit Koch hatten die Hoheneckerinnen in der langen Sommerpause an ihren Übungen gefeilt – und auch an der Choreografie, was sich am Ende auszahlen sollte.

Zum Sportlichen. „Die Nürtingerinnen haben immer unmittelbar vor uns geturnt“, sagt Uta Ziegler, „und beim Sprung und am Barren waren sie sagenhaft.“ Ihre Mannschaft sei nervös gewesen, „obwohl es alle versucht haben, zu unterdrücken“. So gelangen Joana Lamatsch (Ziegler: „Unser Fels in der Brandung.“), Kathrin Schleenvoigt, Amy Fischer, Mona Ziegler und Maren Kauderer durchweg anständige Übungen. Auch am Barren war bei Lamatsch, Schleenvoigt, Ziegler, Valentina Herbst und Lara Kauderer alles im Rahmen – und alles noch möglich. „Auch wenn wir uns vielleicht haben etwas einschüchtern lassen“, so die Trainerin.

Anfangs lässt sich die KSV ein wenig einschüchtern

Am Balken lieferten die Hoheneckerinnen Lamatsch, Schleenvoigt, Fischer, Herbst und Saskia Knoll dann eine starke Leistung ab. „Insgesamt war es ein sehr guter Wettkampf von uns, auch wenn die Wertungen nicht so hoch waren“, so eine verwunderte Uta Ziegler, die sich zum Beispiel die 10,50 am Boden für Joana Lamatsch nicht wirklich erklären konnte. Hier waren außerdem noch Kathrin Schleenvoigt, Amy Fischer, Mona Ziegler und Marie Huber am Start.

Was den KSV-Turnerinnen in die Karten spielte, war ihre Choreografie, die stundenlang einstudierten Abläufe – und auch die Ganzkörperanzüge. Im Gegensatz zu anderen Teams treten die Hoheneckerinnen in Anzügen an, die auch Arme und Beine verhüllen. „Die verleihen Selbstbewusstsein, die Turnerinnen strahlen richtig“, so Ziegler.

Abteilungsleiterin blickt schon nach vorn – auf die Sponsorensuche

Am Ende war klar: Es wird der dritte Platz. Dass dieser Rang zum Aufstieg genügen würde, hatte bereits vorab festgestanden. „Dieser Aufstieg erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit“, betont Ula Grebenstein, „die Mannschaft ist wirklich gigantisch.“ Die Funktionärin hat schon den Blick nach vorn gerichtet. „Wir werden natürlich weitere Sponsoren brauchen. Momentan stehen wir gut da, aber was wird in Zukunft sein?“ Zum ersten Wettkampf in der 2. Bundesliga geht es am 30. April 2023 nach Regensburg.

Uta Ziegler wollte sich zunächst nicht mit damit beschäftigen, wie es sportlich weitergeht. „Hoheneck hat Geschichte geschrieben, an mehr will ich gerade gar nicht denken“, so die Trainerin, deren abschließende Worte im Jubel des Teams untergingen.

Das Video vom Meisterempfang wird bald auf die Internetseite www.ksv-turnen.de geladen.