Für manche sind sie die heimlichen Stars unter den Open-Air-Events: die Straßenfeste in Stuttgart. Hunderttausende pilgern Jahr für Jahr auf die oft mehrtägigen Veranstaltungen, um ein wenig den Stolz aufs eigene Viertel zu zelebrieren oder in ein anderes reinzuschnuppern.
Aber die Corona-Zwangspause ging auch an den zumeist von ortsansässigen Vereinen veranstalteten Festen nicht spurlos vorüber. Obwohl viele bereits vergangenen Sommer wieder gefeiert wurden, finden dieses Jahr manche in veränderter Form statt – oder wurden ganz abgeblasen; bei wieder anderen ist die Lage noch unklar.
Verräterbier-Problematik ein Faktor
Ein Ausrufezeichen hat hier im Vorfeld der Saison das Marienplatzfest gesetzt. Das fällt aus. Der Grund: sogenanntes Verräterbier. Zu viele hatten ihre eigenen Getränke mitgebracht, wie die Veranstalter klagten und eigenen Angaben nach vergangenen Sommer einen Verlust von 50 000 Euro verbuchten. „Wir hatten Besucher, die haben das Bier kistenweise mitgebracht und sich vor die Bühne gesetzt“, teilten sie im April mit. Der Juni ohne Marienplatzfest hat auch den Gemeinderat und die Verwaltung alarmiert, die jetzt über Förderprogramme für Straßenfeste nachdenken. Mit öffentlichem Geld ist aber frühestens nächstes Jahr zu rechnen.
Das zweite Ausrufezeichen setzte das Sommerfest, das 2022 ausfiel und jetzt in sehr abgespeckter Form und mit neuem Veranstaltungsort zurückkommt. Vorbei ist die Zeit, als die Grünflächen vom Eckensee bis zum Neuen Schloss mit einem Meer aus weißen Zelten überdacht wurden. Die verantwortliche Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart will nun die Flächen um die Markthalle und das Dorotheenquartier bespielen, alles eine Liga kleiner. Der Grund: Ein Drittel der teilnehmenden Gastronomen sei abgesprungen, da es an Fachpersonal fehle. Womöglich wird das Fest auch umgetauft: „Genusstage“ stand zuletzt im Raum, entschieden ist das aber noch nicht.
Welche Feste wie, wo und wann gefeiert werden und was sie für einen Charakter haben, erfahren Sie in unserer Bildergalerie!