Umbau des Göppinger Busbahnhofs Vier Platanen sollen den Bahnhofsumbau überstehen

Die Stadt Göppingen will noch im April einen Wettbewerb für die erforderliche Neugestaltung des Busbahnhofs ausschreiben. Foto: Staufenpress

Nachdem noch im ersten Entwurf für einen neuen Busbahnhof in Göppingen sämtliche Bäume am bisherigen Standort fallen sollten, sehen überarbeitete Pläne den Erhalt von einigen vor.

Er ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Man kann ihn auch nicht barrierefrei umbauen, wie es gesetzlich gefordert ist. Deshalb soll der Zentrale Omnibusbahnhof Göppingens (ZOB) in den kommenden Jahren komplett neu gestaltet werden. Ende 2027 sollen Fahrgäste einen sicheren und ansehnlichen ZOB vorfinden. Er wird dann mit 27 Bushaltepunkten anstatt bisher 17 auch deutlich mehr Platz bieten als das er das bislang tut.

 

Die Stadt wird nun, wenn der Gemeinderat Mitte April dem Prozedere zustimmt, einen Planungswettbewerb ausschreiben, der noch im April mit einer Vorbesprechung des Preisgerichts starten soll.

Die Vorplanung wurde überarbeitet

Die Themen, für die der Wettbewerb optimale Lösungen ergeben soll, stellte Andreas Christ, Leiter des Referats Mobilität und Verkehr, jetzt im Ausschuss für Umwelt und Technik vor. „Wir fokussieren uns im Wettbewerb auf die Freiraumplanung und die Dachkonstruktion.“ Neben der zwingend vorgeschriebenen Barrierefreiheit – auch der Bussteige – sollen insbesondere möglichst viele der großen Bäume erhalten werden, die derzeit entlang der Bahnhofstraße im südlichen Bereich des ZOB stehen. Deshalb wurde die Vorplanung überarbeitet. Um mehr Platz zu schaffen, sollen etwa die Citybus-Haltestellen auch in die angrenzenden Straßen verlegt werden.

Sozialräume für Busfahrer sollen nicht auf dem ZOB selber, sondern in einem ehemaligen Geschäftshaus an der Kellereistraße entstehen. Während ihrer Ruhezeiten könnten die Fahrer die Busse beim ehemaligen Zollamt oder entlang des Bahnhofsvorplatzes abstellen. Diese Frage ist aber nicht Inhalt des anstehenden Planerwettbewerbs.

Darin müssen hingegen die Folgen von möglichem Starkregen betrachtet und Instrumente dagegen entwickelt werden. Christ rechnet mit einem Baubeginn Mitte 2026 und einer Bauzeit bis Ende 2027.

Aus den Reihen des Gemeinderats gab es Anregungen. Volker Allmendinger (CDU), Inhaber eines Busunternehmens, betonte zunächst, dass er nicht im ÖPNV fahre, also auch nicht befangen sei. Er forderte kurze und deutlich ausgeschilderte barrierefreie Wege für die Fahrgäste und mahnte die Planer an, Länge und Höhe der heutigen Fahrzeuge im Blick zu haben. Aus Gründen der Sicherheit für die Fahrgäste könne er auch „lieber einen Baum weniger“ verschmerzen.

Claudia Gary (Grüne) ist es wichtig, „den Fahrgästen ein Sicherheitsgefühl zu geben, auch am Abend“. „Das wird sich stark verbessern“, versprach die Baubürgermeisterin Eva Noller. „Mehr Grün verbessert das Sicherheitsgefühl“, zeigte sich auch Dietrich Burchard (Grüne) sicher.

Toiletten sind „Mangelware“

Einen Bussteig, an dem auswärtige Reisebusse ihre Fahrgäste entspannt und sicher aussteigen lassen können, das wünscht sich Rudi Bauer (FWG) auch vom neuen ZOB. Und auch öffentliche Toiletten. „Die sind überall Mangelware.“ Michael Grebner (SPD), der regelmäßig Bus fährt, stellte fest: „Viele Menschen fühlen sich aktuell am ZOB nicht wohl, und das ist auch kein Wunder.“ Er begrüßte die geplanten Veränderungen, stellte aber auch fest: „Bis Ende 2027 vergeht noch viel Zeit.“ Eva Noller betonte, dass vor dem endgültigen Beschluss des Gemeinderats Mitte April noch Gespräche mit dem Landratsamt und dem Fahrgastbeirat geführt werden sollen.

Werner Hauser, Leiter der städtischen Tiefbauverwaltung, informierte über die Kosten. Bei einer Investitionssumme von 11,5 Millionen Euro erhielte die Stadt 60 Prozent Zuschüsse.

Baumerhalt durch Aufteilung von Haltepunkten

Baumerhalt
 Nach einer Überarbeitung des Vorentwurfs sollen zumindest vier größere Platanen am Südrand stehen bleiben.

Platz
Dafür müssten einige Bushaltepunkte vom ZOB weg verlegt werden, etwa in die Freihofstraße und an den Bahnhofsplatz. An letzterem lägen sie dann an der Tiefgaragenzufahrt, wo heute Ein- und Aussteigemöglichkeiten für Bahnnutzer bestehen, die mit dem Auto gebracht werden.

Pläne
 Drei große, mehrfach abgeknickte Bussteige, darüber zwei quer dazu verlaufende Dachanlagen – so sah die Ende 2022 vom Gemeinderat beschlossene Planungsvariante aus. Die bestehenden Bäume zwischen der Bahnhofstraße und dem ZOB spielten darin keine Rolle, sie müssten abgeholzt werden.

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