Umfrage zu Gesundheitssystem Baden-Württemberger für schnelle Einführung der elektronischen Patientenakte

Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger verspricht sich Vorteile durch die schnelle Einführung der elektronischen Patientenakte. Foto: imago/Jochen Eckel

Fast 80 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg sehen die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung positiv. Sie fordern dabei aber mehr Tempo – auch bei der Einführung der elektronischen Patientenakte.

Gesundheit für Menschen in Stuttgart: Bettina Hartmann (ina)

Die meisten Menschen in Baden-Württemberg (79 Prozent) befürworten die Digitalisierung des Gesundheitswesens und stehen somit grundsätzlich hinter den Plänen der Bundesregierung. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Bosch Health Campus (BHC) in Stuttgart hervor, die unserer Zeitung exklusiv vorliegt.

 

Zwar gibt es ein paar Bedenken beim Datenschutz, dennoch finden es 40 Prozent wichtig, weitere 39 Prozent sogar sehr wichtig, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung stärker genutzt werden. „Für die Menschen vor Ort ist die Digitalisierung längst nicht so angstbesetzt wie gedacht“, sagt Mark Dominik Alscher. Für den Geschäftsführer des BHC, einer Einrichtung der Robert-Bosch-Stiftung, hat die Politik die Weichen bereits richtiggestellt: „Nur die Umsetzung muss schneller passieren.“

Videosprechstunden sind erwünscht

Drei Viertel der Befragten teilen diese Ansicht: 38 Prozent halten es für sehr wichtig, 37 Prozent für wichtig, dass die E-Patientenakte unbürokratisch und vor allem schnell eingeführt wird. 67 Prozent fänden es hilfreich, digitale Info-, Beratungs- und Behandlungsangebote zu fördern, etwa Gesundheits-Apps und Videosprechstunden.

Insgesamt fällt die Bewertung der Versorgung vor Ort eher positiv aus: Die überwiegende Mehrheit sagt, dass es in ihrer Nähe einen Hausarzt gibt, bei dem sie schnell Termine bekommen. Anders sieht es bei Fachärzten aus: Fast drei Viertel der 1000 Befragten geben an, dass sie dort lange oder eher lange Wartezeiten für Termine in Kauf nehmen müssen. Gerade für strukturschwache Regionen halten es 81 Prozent für wichtig, Zentren aufzubauen, in denen verschiedene Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. „Um dem Fachkräftemangel und dem demografisch bedingt höher werdenden Bedarf der Bevölkerung begegnen zu können, sind innovative Ansätze unumgänglich“, sagt mit Blick auf die Umfrage auch die Stuttgarter Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann.

Innovative Ansätze wichtig

Nach Prioritäten für die künftige Gesundheitsversorgung gefragt, heben 99 Prozent die Bezahlbarkeit der Leistungen für den Einzelnen als wichtig hervor.

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