Umfrage zum öffentlichen Verkehr Rückenwind für Bus und Bahn

Vor kurzem hat der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) seinen Busverkehr gefeiert – der für eine Mobilitätsgarantie noch weiter ausgebaut werden müsste. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Landesverkehrsministerium sieht sich in einer Umfrage in seiner Politik bestätigt. Ganz so einfach ist es nicht – aber die Ergebnisse zeigen, das ein Potenzial weg vom Auto vorhanden ist, kommentiert Andreas Geldner.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist weiterhin populär. Das ist die klare Aussage einer aktuellen, vom Verkehrsministerium des Landes in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage. Dies widerspricht dem gelegentlichen Eindruck, als gebe es zurzeit eine Trendwende zurück zum Auto.

 

Verkehrspolitik ist keine Parteipolitik

Der kriselnde öffentliche Verkehr hat zurzeit nicht das beste Image. Tempo 30 oder die Reduktion von Parkplätzen scheinen auf mehr Widerstand zu stoßen. Dazu kommt eine politische Stimmung, bei der grüne Themen nicht im Aufwind sind. Mehr Busse und Bahnen scheinen aber nicht in erster Linie ein parteipolitisches Thema zu sein.

Angeblich sind die Menschen mit einer Dreiviertelmehrheit auch bereit, für ein garantiertes Mobilitätsangebot einen finanziellen Extrabeitrag zu leisten. Aber dies sollte man vorsichtig interpretieren. Denn die Antwort dürfte auch an der Fragestellung liegen, in der betont wird, dass es einen Ausgleich in Form eines Nahverkehrsabos gibt.

Die Umfrage wurde schließlich von einem Landesverkehrsminister in Auftrag gegeben, der mit ihr punkten will. Andere Umfragen kamen da zu einem kritischeren Ergebnis. Immerhin: den Menschen ist bewusst, dass es besseren Nahverkehr nicht zum Nulltarif gibt. Und die hohe Zustimmung kann auch nicht allein in den Städten zustande gekommen sein, wo das Angebot schon heute gut ist.

Öffentlicher Verkehr kein Selbstläufer

Aber der Teufel steckt im Detail. Auf dem Land ist der vom grünen Verkehrsminister als Finanzierungsinstrument angestrebte, so genannte Mobilitätspass, bisher kein Renner. Wer am Ende zahlt, bleibt umstritten. Alle Einwohner? Die Autofahrer? Die Arbeitgeber? Zumindest bleibt eine Erkenntnis: Vielleicht gelingt es, das Thema sachlich zu diskutieren und nicht zum Vehikel des politischen Kulturkampfes zu machen.

Weitere Themen