Umstrittene Halbinsel Kriegsziele

Der Krieg erreicht den Badestrand der Krim. Foto: dpa/Uncredited

Der ukrainische Präsident will die Krim erobern. Die Aussage darf nicht überbewertet werden, kommentiert Christian Gottschalk.

Politik/ Baden-Württemberg: Christian Gottschalk (cgo)

Es ist nicht das erste mal, dass Wolodimir Selenskij seinen Landsleuten versprochen hat, die Krim wieder zurück zur Ukraine zu holen. Aber die Ankündigung war noch nie mit solch einem Nachdruck verbunden. Denn zum ersten mal seit Beginn des Krieges scheinen ukrainische Truppen die von Russland besetze Halbinsel angegriffen zu haben – anders sind die Explosionen auf dem russischen Militärflughafen Saki jedenfalls kaum zu erklären.

 

Kriegsziele wechseln

Dass der ukrainische Präsident diesen Anlass nutzt, um seine Landsleute hoffnungsvoll zu stimmen, in diesem Krieg die Oberhand zu gewinnen, ist nicht verwerflich. Die Aussage darf aber auch nicht überbewertet werden. Als zu Beginn des Krieges noch Schnee die Felder bedeckte, hatte der Präsident die Grenzen zu dem Zeitpunkt vor dem 24. Februar im Blick – ohne Krim. Mit wechselndem Kriegsgeschehen wechseln auch die Kriegsziele. Das Pendel kann dabei in jede Richtung schwingen – und wieder zurück. Sicher scheint allerdings, dass das Schicksal der Krim noch lange für Diskussionen, Verdruss und Konflikte sorgen wird, ganz egal ob, wann und wie dieser Krieg irgendwann einmal endet.

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