Ab Dienstag, 14. Juni, wird sowohl die Eltinger Straße als auch die Brennerstraße testweise von vier auf zwei Spuren reduziert. Die neu geschaffene Umweltspur ist für Busse und Radfahrer freigegeben.

Im Leonberger Zentrum wird es ab Dienstag, 14. Juni, für Autofahrer eng. Für ein halbes Jahr wird in einem Praxisversuch getestet, wie sich die Verkehrsmengen mit einer Umgestaltung der Fahrbahnen noch verträglich abwickeln lassen. Unter dem Arbeitstitel des Großprojektes „Stadt für morgen“ werden sowohl in der Eltinger als auch in der Brennerstraße – dort wo sie vierspurig verlaufen – die jeweils äußeren Fahrstreifen in eine Umweltspur umgewandelt. Diese wird für den Autoverkehr gesperrt und für Bus- und Radverkehr freigegeben.

Die vorausgegangene Simulation macht Hoffnung

Betroffen sind in beiden Fahrtrichtungen die Eltinger Straße vom Neuköllner Platz – der selbst außen vor gelassen wird – bis zur Einfahrt ins Postareal sowie die Brennerstraße vom Neuköllner Platz bis zur Reinhold-Vöster-Straße (Geze). Ursprünglich sollte dieser Testversuch schon Ende April starten und bis in den Oktober hinein dauern. „Wegen Lieferschwierigkeiten beginnt er mit ein wenig Verspätung“, sagt Sebastian Küster, der Pressesprecher der Stadt Leonberg.

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Schon bei einer virtuellen Simulation hatte das Referat für innovative Mobilität festgestellt, dass die Leonberger Innenstadt eine Umweltspur sehr wahrscheinlich verkraftet. Doch wie sich der Weg ausschließlich für Busse und Fahrräder tatsächlich in der Realität macht – das soll bis Ende November erprobt werden. Der Liefertermin für die notwendige Beschilderung ist auf Freitag, 10. Juni, terminiert. Damit so wenig Zeit wie möglich vergeht, werden die Maßnahmen dann schnellstmöglich umgesetzt. Dafür ist die Nacht von Montag, 13. Juni, auf Dienstag, 14. Juni, vorgesehen.

Umweltspur kann jederzeit zurückgebaut werden

„Wir alle freuen uns schon sehr darauf zu sehen, ob unsere Berechnungen stimmen. Eine gewisse Unsicherheit birgt die Simulation immer. Aber ich bin mir sicher, dass das Ergebnis ähnlich ausfällt und der erste Schritt in Richtung ‚Stadt für morgen‘ gelingt“, sagt der Referatsleiter für innovative Mobilität, Stephan Kerner. Die provisorische Umweltspur kann ohne größere Baumaßnahmen realisiert werden. Sie führt entlang der Eltinger- und Brennerstraße und soll weitere Erkenntnisse über die verkehrlichen Potenziale in der Innenstadt liefern.

Falls es doch zu großen Verkehrsproblemen kommen sollte, könnte die Verwaltung schnell reagieren und den Versuch in Teilen zurückbauen. „Eine gewisse Eingewöhnungszeit müssen wir jedoch mit einberechnen. Zu berücksichtigen ist auch, dass es sich ausschließlich um provisorische Maßnahmen handelt. Der ursprüngliche Zustand muss also nach Ende der Versuchsphase wiederhergestellt werden können“, sagt Stephan Kerner.

An einigen Stellen kommt man allein mit Provisorien nicht weit

An einigen Stellen, insbesondere in der Brennerstraße und am Neuköllner Platz, komme man allein mit Provisorien nicht weiter. „Hier müssen wir die Umweltspur aufgrund der vielen Randbedingungen teilweise unterbrechen. Bei einer baulichen Umgestaltung, die ja folgen soll, haben wir natürlich viel mehr Möglichkeiten und verfolgen dann ein durchgängiges Konzept“, so Kerner weiter.

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Einen Eindruck von diesem Projekt verschafft sich Elke Zimmer, Staatssekretärin im baden-württembergischen Verkehrsministerium, gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Peter Seimer aus Aidlingen (Bündnis 90/Die Grünen). Sie schauen am Montag, 20. Juni, in Leonberg vorbei und sprechen mit Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) auch über die künftigen Pläne, die über den Verkehrsversuch hinausgehen. „Der Besuch zeigt, dass wir mit unserem Projekt ‚Stadt für morgen‘ auch im Sinne des Landes Baden-Württemberg genau auf dem richtigen Weg sind“, sagt Cohn.

Staatssekretärin verteilt Vorschusslorbeeren

Die Staatssekretärin verteilt schon jetzt Vorschusslorbeeren: „Mich beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit und mit welchem Mut der Plan verfolgt wird, Leonberg von einer autogerechten in eine menschen- und klimagerechte Stadt zu transformieren. Unter der Voraussetzung, dass die Förderbedingungen erfüllt sind, möchten wir die Stadt Leonberg als Land gerne auch bei den weiteren geplanten Umbaumaßnahmen finanziell unterstützen“, sagt die Staatssekretärin.

Denn das Ziel des Landes ist die Schaffung von 500 lebendigen und verkehrsberuhigten Ortsmitten bis zum Jahr 2030. „Ich freue mich, dass Leonberg hier Pionier und Vorbild für zahlreiche weitere Kommunen im Land ist.“