Umweltzone in Stuttgart Teure Strafzettel – mehr Parktickets

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Volle politische Rückendeckung erhalten die Kontrolleure aus dem Stuttgarter Rathaus. „Die hohe Zahl der Verstöße zeugt deutlich auf, dass unsere konsequente Überwachung der Umweltzone richtig und angemessen ist“, sagt der Ordnungsbürgermeister Martin Schairer.

Immerhin haben die Kontrolleure auch einen erfreulichen Trend festgestellt. „Seit der Strafzettel für Falschparker mindestens zehn Euro kostet, haben die Parkscheinautomaten deutlich mehr Kundschaft“, erklärt Elser. Ein für eine Stunde gültiges Ticket koste in der City 3,20 Euro. „Vielen dürfte der nun geltende Risikozuschlag von 6,80 Euro zu hoch sein.“ Beim Knöllchen für fünf Euro hätten sich viele den Weg zum Automaten gespart.

Mehr Gehalt für Kontrolleure

Obwohl Strafzettel in Höhe von mindestens 15 Euro drohen, ist die zur Mischverkehrsfläche umgestaltete Tübinger Straße zwischen Querspange und Sophienstraße einer der beliebtesten verbotenen Parkplätze in der Innenstadt. „Seit Anfang Dezember haben wir in dem nur etwa 400 Meter langen Straßenraum 3828 Autofahrer verwarnt“, sagt Elser. „Das ist eine Zahl für das Guinnessbuch der traurigen Rekorde.“ Vor allem abends und an den Wochenenden werde dort sehr viel Blech abgestellt. „Alle Appelle an die Einsicht der Autofahrer haben leider nichts bewirkt.“

Die zahlreichen zusätzlichen Kontrollgänge in der Tübinger Straße setzen die unter Personalnot leidenden Kontrolleure noch stärker unter Druck. „Von 80 Planstellen sind zurzeit nur 63 besetzt“, räumt Elser ein. Erst von Mitte Juli an könnten zwölf neue Kräfte eingesetzt werden.

„Es gibt Probleme, geeignetes Personal zu finden“, so Elser. Von 250 Bewerbern ­kämen nur etwa 30 bis zum Bewerbungs­gespräch. Und bis neue Mitarbeiter im Streifendienst eingesetzt werden könnten, vergehe mit Bewerbung, Auswahl Vorstellungsgespräch, Kündigungsfrist und sechsmonatiger Ausbildung fast ein Jahr. Hinzu komme, dass beim vorhandenen Personal die Fluktuationsrate recht hoch sei. „Meine Leute müssen sich draußen für 1300 Euro netto im Monat täglich viele Unverschämtheiten anhören“, sagt Elser. Das halte nicht jeder Beschäftigte auf Dauer durch. Die Stadt wolle aber das Gehalt der Kontrolleure um eine Stufe anheben.




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