Eisliebhaber wissen: eine gute Eisdiele ist nicht leicht zu finden. In Böblingen ist das Eiscafé Jesolo eine der führenden Adressen, wenn es um echte, italienische Eisspezialitäten aus eigener Herstellung geht. Hier werden für Fruchteissorten noch richtige Früchte verwendet, und keine aromatisierten Chemie-Mischungen.
Der Familienbetrieb existiert in Böblingen schon seit 25 Jahren. Ab Juni gibt es allerdings eine Veränderung: Das Eiscafé Jesolo wird den Standort wechseln und aus dem Gastrobetrieb im „Treff am See“ ausziehen. Die neue Adresse ist die Uferstraße 7, direkt am Böblinger See. Grund für den Umzug ist der befristete Vertrag des Pachtverhältnisses für die Räumlichkeiten im „Treff am See“. „Das Pachtverhältnis ist ausgelaufen, ein neues Interessensbekundungsverfahren wurde im letzten Jahr gestartet“, erklärt Gianluca Biela vom Referat des Oberbürgermeisters in Böblingen. Wer die Räumlichkeiten als nächstes bezieht, steht aber noch nicht fest. „Derzeit laufen Gespräche mit potenziellen Pächtern.“ Sicher ist, dass der Gastrobetrieb auch künftig ein Zusammenwirken mit dem Bürger- und Mehrgenerationenhaus „Treff am See“ bewerkstelligen soll. „Dabei spielen inhaltlich die konzeptionelle Ausrichtung des Hauses und das Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser eine zentrale Rolle“, erklärt Biela.
Für das Eiscafé Jesolo ist der Umzug allerdings kein Nachteil. „Unser neuer Standort hat eine Top-Lage, direkt am See“, freut sich Geschäftsführer Salvatore Militellos.
Einen kleinen Nachteil gibt es aber schon, zumindest für die Kundschaft: Das neue Eiscafé hat keine Sitzplätze im Inneren mehr. Dort ist nur noch Platz für den Verkaufsstand. Dafür wird es aber eine Terrasse geben, die nicht nur Blick auf den See bietet, sondern auch Platz für rund 150 Besucher hat. Durch die wegfallenden Innenraum-Sitzgelegenheiten wird das Eiscafé Jesolo seine Saison um zwei Monate verkürzen. „Wir werden im Sommer acht Monate durchgehend geöffnet haben und in den harten Wintermonaten schließen“, sagt Salvatore Militellos. Die eiskalten Spezialitäten bleiben dieselben.
Für das Eiscafé Jesolo ist es übrigens nicht der erste Umzug. Begonnen hat der Familienbetrieb schon vor vielen Jahren in Kaiserslautern. „Mein Vater hatte da mit einem Eiswagen im kleinen Stil angefangen“, erzählt Salvatore Militello. Irgendwann hatten sich die leckeren Eissorten herumgesprochen. Es folgten eine Eisdiele und weitere Eiswägen. Nach einem Salmonellenvorfall verkaufte die Familie ihre Eisdiele. Salvatore Militello arbeitete in einer Fabrik.
Zurück zu den Wurzeln
Nach seiner Hochzeit besann sich der Wahl-Böblinger dann schließlich doch auf seine Wurzeln und wagte einen zweiten Versuch in der Böblinger Schafgasse, wo das Eis auch heute noch produziert wird. „Seitdem haben wir mehrfach den Standort gewechselt“, erklärt Salvatore Militello. Erst kam eine Filiale in Holzgerlingen zu, die später wieder verkauft wurde. Vor zehn Jahren folgte dann der Standort in der Bahnhofsstraße.
Mit Umzügen kennt sich das Eiscafé Jesolo also aus – und blickt nun gespannt auf das neue Projekt in der Uferstraße.