Unfall im F3 in Fellbach Polizei schließt Fremdverschulden nicht aus

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Laut Obduktionsbericht ist die 39-jährige Stuttgarterin ertrunken. Die Ergebnisse sprechen gegen eine Fremdeinwirkung und einen plötzlichen Herztod. Geklärt ist der Fall aber noch nicht.

Der Unglücksfall im F3-Bad wirft viele Fragen auf. Foto: Patricia Sigerist
Der Unglücksfall im F3-Bad wirft viele Fragen auf. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Es ist zwar nur ein weiteres Puzzle-Teil im Fall der 39-Jährigen, die am Sonntagnachmittag im Fellbacher Familien- und Freizeitbad tödlich verunglückt ist, aber ein wichtiges. Denn die Ergebnisse der am Mittwoch vorgenommenen Obduktion sprechen gegen eine Fremdeinwirkung. Ein Zeuge im Freibad hatte ausgesagt, dass ein Mann durch einen Sprung ins Becken verantwortlich sein könnte, dass die Stuttgarterin unterging. „Es gibt keine weiteren Hinweise darauf, dass der Beckenspringer zum Ertrinken der Frau beigetragen hat. Es ist nicht mal klar, ob es überhaupt einen Beckenspringer gab“, sagt Polizeisprecherin Simone Weiland. Trotzdem werde weiter in diese Richtung ermittelt.

Bei der Obduktion sind keine Anzeichen massiver stumpfer Gewalt festgestellt worden

Laut Polizei seien bei der Obduktion weder Hämatome noch Anzeichen massiver stumpfer Gewalt festgestellt worden. Auch ein plötzlicher Herztod könne ausgeschlossen werden. Die Untersuchung ergab, dass die Frau ertrunken sein muss. Und da gibt es verschiedene Ursachen, sie könnte einen Krampf bekommen haben oder auch einen Schwächeanfall.

Die Polizei ermittelt noch in eine andere Richtung, sagt Simone Weiland. „Möglicherweise sind Dritte am Tod der Frau mitverantwortlich.“ So werde etwa untersucht, ob die Rettungsschwimmer und die F3-Mitarbeiter die Wiederbelebung an der verunglückten Frau ordnungsgemäß durchgeführt hatten. Leonard K., der Ehemann der ums Leben gekommenen Frau, beklagt, dass Bad-Mitarbeiter Fehler bei der Ersten Hilfe gemacht hätten. „Die Vorwürfe des Ehemanns sind uns bekannt und werden gewürdigt“, sagt Simone Weiland. Im gleichen Atemzug betont die Polizeisprecherin: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, ob überhaupt eine Straftat wie unterlassene Hilfeleistung oder fahrlässige Tötung vorliegt.“

Geschäftsführer des F3-Bads: „Ich mache keine Spekulationen“

Christopher Probst, einer der beiden Geschäftsführer des F3-Bads, möchte sich nicht zu den Ergebnissen der Obduktion äußern. „Es ist ein sehr schlimmes Ereignis, ich mache aber keine Spekulationen.“ Leonard K. sagt nach der Untersuchung, dass auch eine indirekte Einwirkung wie Erschrecken oder Festhalten zum Ertrinken seiner Frau geführt haben könnte. Zudem fragt er sich, ob es nicht ein dokumentiertes Rettungsprotokoll gibt. Und er kritisiert: „Zu keinem Zeitpunkt hat sich ein verantwortlicher F3-Mitarbeiter vor Ort mit mir in Kontakt gesetzt. Auch bis heute hat sich kein Mitarbeiter gemeldet.“