Ex-DSDS-Sänger ist auf Kreuzfahrt ins Meer gestürzt Suche nach Daniel Küblböck dauert an

Wo ist Daniel Küblböck? Der DSDS-Star wird auf einer Kreuzfahrt vermisst. Foto: dpa 13 Bilder
Wo ist Daniel Küblböck? Der DSDS-Star wird auf einer Kreuzfahrt vermisst. Foto: dpa

Der 33-jährige Sänger Daniel Küblböck ist bei einer Aida-Kreuzfahrt in den Nordatlantik gestürzt. Das Unglück ereignete sich am frühen Sonntagmorgen in der Labradorsee, 100 Meilen nördlich der kanadischen Küste. Es ist unklar, ob Küblböck freiwillig sprang. Die Suche dauert an.

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St. John’s - Der Sänger und TV-Star ­Daniel Küblböck ist am frühen Sonntagmorgen von Bord des Kreuzfahrtschiffs „Aida Luna“ ins Meer gefallen und gilt seither als vermisst. „Das Schiff wurde vorsorglich gestoppt und ist zu der Stelle zurückgekehrt, wo der Vorfall angenommen wurde“, sagte Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida Cruises: „Die Suche dauert an.“

Der Kapitän und die Crew hätten umgehend und in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet, so Kunze weiter: „Ein Kabinencheck wurde durchgeführt, der bestätigte, dass ein männlicher Gast vermisst wurde.“ Die kanadische Küstenwache suchte mit Flugzeugen und einem Hubschrauber nach dem vermissten Sänger. Auch das zufällig in der Nähe befindliche Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ von der Reederei Holland America Line half bei der Rettungsaktion.

Außerdem im Video: Daniel Küblböck – vom DSDS-Clown zum serösen Künstler. Sein Werdegang im Video:

Der im bayerischen Hutthurm geborene Küblböck (mit vollem Namen Daniel Dominik Kaiser-Küblböck) befand sich aus privaten Gründen an Bord des Schiffes. Er wurde in Deutschland bekannt, als er 2002/2003 bei der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ den dritten Platz belegte. Seitdem konnte man ihn in diversen Fernsehshows sehen. Er trat etwa im Dschungelcamp oder bei der Tanzsendung „Let’s dance“ auf, beides RTL-Formate. 2014 bewarb er sich vergeblich mit dem Lied „Be a Man“ um die Teilnahme am Euro­vision Song Contest in Kopenhagen.

Die Aida Luna befand sich auf dem Weg von Hamburg nach New York

Das 2009 in der Meyer-Werft in Papenburg gebaute 252 Meter lange Schiff befand sich mit 2000 Passagieren auf der Reise von Hamburg nach New York. Das Unglück ereignete sich auf dem Teilstück zwischen dem isländischen Reykjavík nach St. John’s, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Neufundland, und Labrador. ­Küblböck stürzte um 6 Uhr Ortszeit (10.30 Uhr mitteleuropäische Zeit) und damit kurz vor Sonnenaufgang von Bord. Es ist unklar, ob er freiwillig sprang. Das Schiff befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 100 Meilen vor der kanadischen Küste – also im weiteren Umfeld der Stelle, an der am 14. April 1912 die „Titanic“ sank.

Im Moment gibt es in diesem Bereich des Nordatlantiks allerdings keine Eisberge. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll die Wassertemperatur dort wegen des Golfstroms etwa 12 bis 14 Grad betragen. Dennoch dürften die Überlebenschancen für den über Bord Gegangenen schlecht stehen. Denn die „Aida Luna“ war aufgrund einer vorangegangenen Zeitverzögerung bei Grönland relativ zügig unterwegs. Sie fuhr 19,7 Knoten, dies entspricht einer Geschwindigkeit von 36,48 Kilometern pro Stunde. Bei einem Auto würde man hier von einem gemütlichen Tempo sprechen. Für ein Kreuzfahrtschiff bedeutet dies jedoch volle Fahrt. Der Bremsweg beträgt daher mehr als zwei ­Kilometer.

Anhand der Meeresströmung wird das Suchgebiet berechnet

Das heißt, obwohl der Sturz wegen der auf Kreuzfahrtschiffen üblichen zahlreichen Kameras an der Reling sofort bemerkt worden sein dürfte, dauert es einige Zeit, bis ein Schiff an die Stelle zurückkehren kann, wo der Passagier über Bord ging. Selbst bei Tageslicht und ruhiger See gerät eine Person im Wasser schnell außer Sicht. Daher berechnet man in einem solchen Fall anhand der Meeresströmung, wohin eine Person abgedriftet sein müsste, und sucht diesen Bereich gezielt ab.

Die „Aida Luna“ wollte bis Einbruch der Dunkelheit weitersuchen und dann die Suche abbrechen. Die Reise soll dann zur übernächsten geplanten Station nach Halifax in Nova Scotia weiter gehen. Der Anlauf in St. John’s wurde aufgrund des Zwischenfalls gestrichen.




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