Beilstein - Die Bürgerinitiative Beilstein, eine der insgesamt fünf Fraktionen im Gemeinderat, hatte im Amtsblatt vergangene Woche deutliche Kritik an der Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld geübt. Das hatte in der Stadt Unruhe hervorgerufen, nun äußert auch der neu gegründete Gesamtelternbeirat der Kindergärten Bedenken im Hinblick auf die Kinderbetreuung vor allem im Kinderhaus Birkenweg. Vergangene Woche hatte der Gesamtelternbeirat einen Brief an die Rathauschefin und den Gemeinderat verschickt, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung Thema war. Schoenfeld selbst äußerte sich zu dem Thema nur einsilbig, sie sprach von Gerüchten und Falschaussagen und teilte mit, sie wolle sich später äußern. „Es haben in jüngster Zeit mehrere Erzieherinnen gekündigt, darunter auch die neue Leiterin des Kinderhauses Birkenweg, die erst Anfang dieses Jahres angefangen hat“, berichtet Christian Seemann vom Gesamtelternbeirat.
Eltern sehen Betreuung im Kindergarten gefährdet
Deshalb mache man sich Sorgen, ob die Betreuung überhaupt noch richtig gewährleistet sei. Auch die Kontinuität fehlt aus Sicht der Eltern. Darüber habe man auch mit Barbara Schoenfeld reden wollen – zu einem Gespräch sei es aber nie gekommen. Deshalb blieb nun einzig der Brief, erklärt Seemann. Noch in dieser Woche will man aber versuchen, ein Gespräch mit Verwaltungsspitze und Gemeinderat hinzubekommen. Eine Einladung soll zeitnah versendet werden.
„Der Brief war für mich erschreckend und beängstigend“, sagte Thomas Bausch von der Initiative. Die wiederum hatte der Bürgermeisterin vorgeworfen, sie versetze Mitarbeiter willkürlich und treffe eigenmächtig Entscheidungen. Zudem hieß es, sie habe das Sekretariat, das Bauamt, das Ordnungsamt und die Kindergartengesamtleitung „umgebaut“, etliche Erzieher hätten Beilstein verlassen, und nun werde auch noch die Stelle im Hauptamt vakant. Als Fraktion wolle man wissen: „Notwendiger Umbau oder Willkür?“
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Gesprächsbedarf sehen auch die Sprecher der übrigen Rathausfraktionen mehrheitlich – zumindest die, die sich äußerten. Insgesamt beurteilen sie die Situation jedoch deutlich entspannter, als es das Schreiben der Bürgerinitiative im Beilsteiner Amtsblatt vermuten lässt.
Offener Dialog könnte manches klären
Die SPD-Gemeinderätin Silke Kiderlen-Polek will zwar aktuell nichts zu dem Thema sagen, außer: „Es muss noch einiges geklärt werden.“ Sie weist darauf hin, dass es in jeder Gemeinde Probleme bei der Kinderbetreuung gebe, weil es auf die freien Stellen kaum Bewerbungen gebe. Dasselbe treffe auf die Verwaltung zu, weil es viele in die finanziell lukrativere freie Wirtschaft ziehe. „Man müsste die Berufe insgesamt attraktiver machen“, findet sie. Im Übrigen sei es völlig normal, dass es personelle Wechsel gebe, wenn eine neue Führungskraft antrete. „Das ist überall so“, betonte sie.
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Aus Sicht von Wolfgang Behr, Sprecher der FDP-Fraktion, „wirkt die Situation nach außen hin vielleicht verfahrener, als sie es meinem persönlichen Eindruck nach tatsächlich ist“. Letzten Endes sei alles nur eine Frage der offenen Kommunikation zwischen der Verwaltung und dem Gemeinderat. „Wir haben ein großes Interesse an Transparenz über manche Vorgänge“, sagt Behr. Gerüchte gebe es ja viele, aber was man brauche, sei „ein sauberer, offener Dialog“. Oliver Muth, Fraktionssprecher der Freien Wähler Vereinigung, wollte sich nicht zu dem Thema äußern. Und Oliver Kämpf von der Bürgerliste Beilstein hatte bereits vorige Woche erklärt, man werde im Rahmen der regelmäßigen Treffen auch die kritischen Stimmen mit der Verwaltungsspitze besprechen.