Unter dem Marktplatz in Stuttgart befindet sich ein Luftschutzbunker, in dem im Zweiten Weltkrieg rund 3000 Menschen Platz gefunden hatten. Die PULS-Gemeinderatsfraktion hatte nachgehakt, ob dieser Bunker – viele Jahre als Hotel genutzt – auch als Wasserspeicher dienen könnte, wenn Stuttgart von einem Starkregen getroffen wird.
Wie die Stadt aussehen würde, wenn über ihr eine Superzelle niedergeht, hat Simon Truckses, Leiter des Sachgebietes Konzeption im Tiefbauamt, den Mitgliedern des Ausschusses für Klima und Umwelt vor Kurzem auf einer Karte gezeigt: statt Straßen und Wegen durchziehen blaue Adern die Innenstadt. Vor allem der Marktplatz: ein See. Er habe eine Senkenlage, sagte Truckses.
Der Luftschutzbunker eigne sich aber nicht als Wasserspeicher. Grund sind drei technische Betriebsräume – für das oberirdische Fontänenfeld sowie die Stromversorgung für den Weihnachtsmarkt und das Weindorf. Das Einzige, was helfe, sei, dass die Hausbesitzer ihre Gebäude eigenständig schützten. Um den Bunker als Wasserbecken nutzen zu können, „bräuchten wir ein neues Bauwerk“, sagte Truckses.
Bunker ist Höhepunkt bei Langer Nacht der Museen
Die PULS-Fraktion hatte überdies angefragt, ob sich der Bunker womöglich als Energiespeichermedium zur Kühlung und Wärmeversorgung der Umgebung nutzen ließe. Auch hier winkte Truckses ab. „Wir haben derzeit keinen Überschuss an erneuerbaren Energien.“
So ist und bleibt der Schutzbunker ein beliebter Höhepunkt bei der Langen Nacht der Museen; das ist der einzige Tag im Jahr, an dem man sich das Bauwerk unter dem Marktplatz von innen ansehen kann.