Unterensinger Asyl-Drama Petition gegen Abschiebung eines Hausmeisters

Sieka Sielca arbeitete in Unterensingen als Hausmeister für die Gemeinde. Foto: pri/at

Der Unterensinger Arbeitskreis Asyl will mit Unterstützung der Gemeinde die Rückkehr des nach Togo abgeschobenen Sieka Sielca erreichen.

Mit einer Petition an den Landtag soll dem Unterensinger Hausmeister Sielca Sieka, der am 6. Dezember nach Togo abgeschoben wurde, die Rückkehr ermöglicht werden. Der Unterensinger Arbeitskreis Asyl reichte die Petition beim Petitionsausschuss des Landtags ein. Die Gemeinde als Sielcas Arbeitgeberin legte ein Unterstützungsschreiben bei, berichtete Bürgermeister Sieghart Friz im Gemeinderat. Laut „Nürtinger Zeitung“ stammen weitere Unterstützerschreiben vom Vermieter und von den Nachbarn Sielcas. Der 40-Jährige war als Hausmeister für die Schule und die Veranstaltungshalle Udeon zuständig.

 

Sielca kam 2018 nach Deutschland, sein Asylantrag wurde abgelehnt. Während seiner Duldung erhielt er eine Arbeitserlaubnis. Er gilt als gut integriert und unbescholten. Die Petition fordert, die über ihn verhängte Einreisesperre von 30 Monaten auf 30 Tage zu verkürzen. Wenn dem stattgegeben wird, könnte er mit einem Arbeitsvisum seinen Unterensinger Arbeitsplatz und seine Wohnung behalten. Zurzeit lebt er bei seinen beiden Kindern und seinem Vater in Lomé, der Hauptstadt Togos. Die Familie hatte er von Deutschland aus mit seinem Einkommen unterstützt. Für eventuelle Rückreisekosten hat die CDU-Gemeinderätin und Vorsitzende des AK Asyl Birgit Seefeldt die Spendenaktion „Sieka soll zurückkommen“ initiiert.

„Wir haben mit ihm einen wertvollen Mitarbeiter verloren und hoffen, dass die Petition erfolgreich ist“, sagt Bürgermeister Friz. Als Gemeindeverwaltung habe man die Petition nicht selbst eingereicht, weil dieses Instrument für nicht-staatliche Organisationen und Privatpersonen gedacht sei.

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