US-Präsident zur Kriminalität in Deutschland Donald Trump legt auf Twitter nach

US-Präsident Donald Trump wirft den deutschen Behörden auf Twitter vor, Kriminalstatistiken zu vertuschen. Foto: AFP
US-Präsident Donald Trump wirft den deutschen Behörden auf Twitter vor, Kriminalstatistiken zu vertuschen. Foto: AFP

Für US-Präsident Donald Trump ist klar: Die deutschen Behörden verschweigen einen Anstieg der Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen.

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Washington - US-Präsident Donald Trump hat deutschen Behörden indirekt vorgeworfen, einen Anstieg der Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen zu verschweigen. „Die Kriminalität in Deutschland ist um 10 Prozent gestiegen (Behörden wollen diese Verbrechen nicht melden), seit Migranten akzeptiert wurden“, schrieb Trump am Dienstag auf seinem Twitter-Konto. Unklar blieb dabei, auf welchen Zeitpunkt sich Trump genau bezog und ob er mit Verbrechen Gewalttaten meint.

Am Vortag hatte der US-Präsident Kritik für seine Behauptung kassiert, die Kriminalität in Deutschland sei im Zuge der Zuwanderung deutlich gestiegen. Tatsächlich sank die Zahl der Straftaten in Deutschland 2017 der polizeilichen Kriminalstatistik zufolge auf das niedrigste Niveau seit 25 Jahren.

Die Straftaten sanken laut Kriminalstatistik

Im Jahr 2015, als mehrere Hunderttausend Flüchtlinge in Deutschland ankamen, zählte das Bundesinnenministerium mit rund 5,93 Millionen Straftaten etwa genauso viele Fälle wie im Jahr zuvor. Davon ausgenommen sind Verstöße gegen das Ausländerrecht wie unerlaubte Einreise. Laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es 2016 etwa 5,89 Millionen Straftaten, 2017 ging die Zahl nochmals zurück auf 5,58 Millionen. Damit sanken die Straftaten von 2014 auf 2017 um knapp 5,8 Prozent.

Trump hatte am Montag die Regierungskrise in Deutschland um die künftige Asylpolitik zur Rechtfertigung seiner in den USA höchst umstrittenen Migrationspolitik herangezogen. Er steht derzeit wegen seiner Null-Toleranz-Politik gegen Migranten unter Druck, die über die Südgrenze aus Mexiko in die USA einreisen. Am Freitag war bekannt geworden, dass die US-Behörden fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt haben.

In seinem Tweet vom Dienstag schrieb Trump zudem, dass sich die Kriminalität in anderen Ländern noch schlechter entwickelt habe als in Deutschland. Der Tweet des Präsidenten endet mit den Worten: „Sei klug, Amerika!“




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