Feier für Rainer Hinzen in der Diakonie Stetten Verabschiedung einer Bienenkönigin
15 Jahre lang war Rainer Hinzen Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten. In einer Abendveranstaltung wurde er nun feierlich verabschiedet.
15 Jahre lang war Rainer Hinzen Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten. In einer Abendveranstaltung wurde er nun feierlich verabschiedet.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Gäste bei der feierlichen Verabschiedung von Rainer Hinzen am Freitagabend waren alle mehr als zufrieden mit ihm und seiner Arbeit und wollten das auch kundtun. Dabei hielten sich die zahlreichen Redner nicht alle an die vorgegebenen drei Minuten – und das war auch gut so, denn es gab jede Menge Erinnerungen, Lebensabschnitte und berufliche Herausforderungen zu erwähnen, die in der Summe ein wohl recht stimmiges Bild des scheidenden Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten abgaben. Zumindest schien der Ehrengast bei den Beiträgen bester Laune, schüttelte Hände, erwiderte Umarmungen und brachte auch das eine oder andere Geschenk mit an den gedeckten Tisch, an dem er mit seiner Frau und den zwei Töchtern den Abend genoss.
Insgesamt 15 Jahre lang hatte er mit seiner Arbeit die Diakonie Stetten geprägt. Um das angemessen zu würdigen, fand erst ein Gottesdienst in der Schlosskapelle statt, bei dem er nochmals die Predigt hielt und dann in einem besonderen Akt als Pfarrer entpflichtet wurde. Dabei betonte Rainer Hinzen unter anderem, wie anders die Situation war, als er vor 15 Jahren begann. Während damals alles voller Hoffnung gewesen und aufwärts gegangen sei, stelle sich die Situation aktuell anders dar. „Hoffnungen wurden enttäuscht, und Hoffnung ist teuer geworden, vielleicht sogar unbezahlbar“, sagte Hinzen in der Predigt in der Schlosskapelle.
Die feierliche Abendveranstaltung – Hinzen bekam dabei von Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg eine Ehrenurkunde überreicht – fand im Restaurant La Salle auf dem Schlossgelände statt. Die Begrüßung und Moderation des Abends übernahm der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten, Dietmar Prexl – er und Hinzen waren seit Mitte 2013 gemeinsam im Vorstand tätig. Prexl erinnerte an große Projekte, Errungenschaften und die Herausforderungen der Coronazeit, in der sich ein starker Zusammenhalt gezeigt habe. „Es war eine Amtszeit mit vielen Höhepunkten, und auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, haben wir doch stets eine gute Lösung gefunden“, sagte Prexl und kam auf das neue Hobby von Rainer Hinzen zu sprechen. Der will sich fortan der Imkerei widmen. „Das passt, weil die Diakonie mit ihrem Aufbau auch einem Bienenstock ähnelt.“ Dieses Bild griff auch Landrat Richard Sigel auf. „Weder die Diakonie noch Sie sind aus dem Kreis wegzudenken. Aber heute gehen Sie. Die Imkerei, mit der Sie sich nun beschäftigen wollen, weist viele Parallelen auf. Ich habe Sie als Bienenkönigin wahrgenommen, die sich immer gekümmert und alles am Leben erhalten wollte, aber sie waren auch Arbeitsbiene und Wächterbiene“, sagte Sigel und übergab Hinzen passend eine Schürze mit der Aufschrift: „Keine Zeit, mein Volk braucht mich.“
Umrahmt von Musik von Tobias Escher kam unter anderem auch der Verwaltungsratsvorsitzende der Diakonie Stetten, Tobias Brenner, zu Wort. Er sagte: „Du warst ein Glücksfall und eine Idealbesetzung.“ Voll des Lobes war auch Kernens Bürgermeister Paulowitsch, der betonte, dass Hinzen immer Mensch geblieben sei. „Sie haben die riesigen Aufgaben jeden Tag aus der Menschenliebe heraus umgesetzt.“ Und was sagte der Ehrengast selbst? Der betonte, dass sein stärkstes Gefühl Dank sei – gegenüber seinen Weggefährten und seiner Frau Ulrike. „Ich weiß, mit den Grußworten wollen Sie mir den Abschied leichter machen. Vieles ist übertrieben, aber ich habe es gerne gehört.“