Veranstaltung in Stuttgart Feuerwerkspektakel beim Lichterfest

Trotz Regen ein Erfolg: Zehntausende besuchten das 71. Lichterfest auf dem Killesberg, erfreuten sich an Feuerwerk, Musik und Zauberwald. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Zehntausende strömten trotz Regen zum 71. Lichterfest auf den Killesberg. Längst hat das Spektakel mehr zu bieten als eine Lichtershow. Musik, Attraktionen für Kinder, Essen und Trinken machen das Feuerwerk zum Familienereignis.

Es ist genau 22.15 Uhr, als beim 71. Lichterfest im Höhenpark Killesberg die erste Rakete mit einem großen Knall am Firmament ihre Farbenpracht offenbart. Dann folgen in kurzen Abschnitten die nächsten. In Grün, Rot und Blau malen sie Muster an den Himmel, begleitet von der passenden Musik und jeder Menge „Ahhs“ und „Ohhs“ aus dem Publikum, das seine Smartphones zückt, um das Spektakel in farbenfrohen Bilder festzuhalten.

 

Neben den Raketen stiegen in diesem Jahr auch 30 Drohnen vom Höhenpark aus auf, um mit farbigen Lasern sieben Bilder an den Nachthimmel zu zeichnen. Insgesamt 290 Stunden arbeitete Pyrotechniker Joachim Berner an dieser Pyroshow – sagen die Veranstalter.

Die Lichterfest-Show ist am Abend freilich der Höhepunkt. Schon am früheren Abend, als die Drohnen noch auf der Wiese liegen und die Raketen in ihren Startboxen ruhen, freuen sich die Besucher auf das Spektakel: „Ich komme eigentlich immer nur wegen des Feuerwerkes, das ist schon das Highlight. So ein Feuerwerk ist einfach immer toll, das kann man durch nichts ersetzen“, so ein Besucher aus Stuttgart.

Besser gemeinsames Feuerwerk, als alleine zu ballern

Und eine andere Besucherin, die es sich mit ihrem Partner auf einer Decke mit Blick auf den Horizont bequem gemacht hat, ergänzt: „Ich freu mich natürlich am meisten auf das Feuerwerk, man hat ja sonst kaum noch die Chance, ein richtiges Feuerwerk zu sehen.“ Bei anderen Besuchern fällt die Meinung zur Pyroshow ambivalenter aus: „Ich habe auch schon gut gemachte Lichtshows gesehen, das ist dann wirklich ein Ersatz. Ob das nachhaltiger ist, weiß ich allerdings nicht“, so der 28-jährige Pascal, der vor Kurzem nach Stuttgart gezogen ist und in diesem Jahr das erste Mal auf dem Lichterfest ist. Er und seine Begleitung sind sich auf jeden Fall einig: „Lieber ein großes und schönes Feuerwerk, als wenn jeder für sich alleine ballern würde.“

Dieser Meinung schließt sich eine Familie aus Böblingen an: „Es ist eben sonst auch für alle Menschen, die schon mal mit dem Thema Krieg in Berührung gekommen sind, schwierig“, gibt die junge Frau zu bedenken. Darüber hinaus freuen sich die Eltern mit dem 18 Monate alten Sohn aber auch über das weitere Programm im Höhenpark. „Früher ist uns das ja gar nicht aufgefallen, dass es hier so viel für Kinder gibt. Aber in diesem Jahr eben schon“, berichten sie.

Und da gibt es tatsächlich einiges: Hüpfburgen, Seifenblasen, kleine Flugzeuge durch die Gegend fahren, Malen, Basteln und Toben. „Nur für kleinere Kinder könnte es etwas mehr geben“, so der Verbesserungsvorschlag des Familienvaters. Der Nachwuchs scheint dennoch happy. Vor allem der Zauberwald habe es ihm angetan, „da herrscht so eine magische Atmosphäre“, erzählt die Mutter. Aber auch die Musik sei ein Highlight: „Hier kommt ja an so vielen Stellen Musik, da tanzt er einfach und freut sich total“, so die Eltern lachend.

Aufmerksam durch die gefeierte Nacht

Aber nicht nur das 18 Monate alte Kind, sondern vor allem die Besucher in Feierlaune freuen sich über die Musik an allen Ecken im Park. Auf vier Bühnen sorgen Bands und DJs am Abend für gute Stimmung. Zahlreiche Gäste nehmen das zum Anlass, den Höhenpark an vielen Stellen zur großen Freilufttanzfläche zu machen. Insgesamt seien am Abend 25 000 bis 30 000 Besucher im Höhenpark unterwegs gewesen, haben die Veranstalter für den Abend gezählt. Damit alle Besucher hier friedlich feiern können, ist das Lichterfest seit diesem Jahr auch Partner von „Nachtsam“. Eine Kampagne des Sozialministeriums, mit der Belästigungen, Übergriffen und sexualisierter Gewalt begegnet werden soll.

Aber auch andere Themen beschäftigen die Veranstalter im Vorfeld. Er wolle in diesem Jahr das Lichterfest weiter in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln, berichtet der Veranstalter in. Stuttgart. Neben Maßnahmen im Hintergrund, wie der Einsatz von LEDs oder dass das Lichterfest seit vergangenem Jahr zu 100 Prozent Tüv-zertifizierten Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart bezieht, sind es aber auch Aktionen, die die Besucher am Abend erleben können und sich so selbst mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen können. An einem Solarmobil können sie sich über die Energiewende informieren, ein energieautarkes Hinterhofkino bietet Unterhaltung. Dazu passend gibt es sogar klimaneutrales Popcorn – das wird in einer mobilen Küche mit Sonnenkraft hergestellt.

Die Besucher finden die Idee dahinter „super, jeder Veranstalter von größeren Festen sollte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzten“, resümiert Besucherin Sarah aus Feuerbach.

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