Veranstaltungsreihe „StZ-vhs direkt“ Das Gefühl der Heimatlosigkeit

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Das Thema ist aktueller denn je: Über prägende Flüchtlings- und Kriegserlebnisse hat die StZ-Redakteurin Hilke Lorenz mit Lesern bei der Veranstaltungsreihe „StZ-vhs direkt“ im Stuttgarter Rotebühlzentrum diskutiert.

Im Dialog mit den Lesern: die StZ-Redakteurin Hilke Lorenz gab Einblicke in ihr ganz persönliches Familienschicksal. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Im Dialog mit den Lesern: die StZ-Redakteurin Hilke Lorenz gab Einblicke in ihr ganz persönliches Familienschicksal. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Das Thema, zu dem die Leiterin der StZ-Redaktion in Ludwigsburg am Mittwochabend in der Volkshochschule (VHS) gesprochen hat, ist aktueller denn je: Unter dem Motto „Wie Flüchtlings- und Kriegserlebnisse das Leben prägen“ diskutierte Lorenz mit den Teilnehmern der Runde das Schicksal der Kriegskinder. Bereits 2003 hatte sie in ihrem Buch „Kriegskinder – Das Schicksal einer Generation“ Zeitzeugen zu Wort kommen lassen, ­deren Kindheitsjahre vom Zweiten Weltkrieg geprägt waren. In der monatlichen Veranstaltungsreihe StZ-vhs direkt hat Lorenz im Rotebühlzentrum versucht, Parallelen von damals zu heute zu ziehen.

Vor zwölf Jahren hatte Lorenz ihre ersten Recherchen über die Generation der Kriegskinder begonnen. „Ich wurde damals mit Briefen und Anrufen überrannt“, erinnerte sie sich zu Beginn der Veranstaltung. „Das Thema hat mich nicht losgelassen, auch, weil es mich autobiografisch betrifft.“ Ihre Eltern wurden aus Schlesien vertrieben, sie habe das Gefühl von Heimatlosigkeit schon in ihrer Kindheit kennengelernt. Lorenz’ Eltern suchten zunächst ihr neues Zuhause in Norddeutschland, bevor die Arbeit sie nach Schwaben verschlug. „Meine Heimat hieß Familie“, rezitierte sie aus dem ersten Kapitel ihres aktuellen Buches „Heimat aus dem Koffer“, das einige Besucher der Veranstaltung im Vorfeld gelesen hatten. Darin erzählt die StZ-Redakteurin ihre ganz persönliche Geschichte und wie sie ihre Kindheit als Tochter zweier Vertriebener erlebt hatte. Sie habe sich darüber gewundert, dass ihre Eltern des Schwäbischen nicht mächtig waren, und las die Anekdote vor, in der sie ihrer Familie Wörter wie „Gsälz“ beibrachte.