Die Pächtersuche für den Club Neo in Nürtingen verlief erfolglos, das Aus im Sommer dieses Jahres stand im Raum. Doch nun will Geschäftsführer Roland Krohmer es noch einmal selbst versuchen. Gemeinsam mit einer Bekannten, der Marketing-Expertin Franca Breuer, haben er und sein Team ein neues Konzept für das Lokal ausgearbeitet.
Lange Zeit war die Zukunft des Neo in der Mühlstraße 15 in Nürtingen ungewiss. Im vergangenen Dezember hatte Geschäftsführer Roland Krohmer einen Pächterwechsel ins Gespräch gebracht. „Es steckt schon was dahinter“, sagt er. Ein Tanzlokal zu betreiben, sei mit viel Stress verbunden. Zudem pflege er zusätzlich noch seine Mutter. Er hatte das Neo 2021 zusammen mit seiner Lebensgefährtin Olaida Dunet übernommen. Doch auch die wirtschaftlich schwierigen Zeiten machten dem Club zu schaffen. „Jeder kämpft gerade“, sagt Krohmer.
Partyreihe zum alten Ägypten
Das Neo solle durch das neue Konzept „erwachen“, erklärt Marketing-Expertin Franca Breuer. Passend dazu findet am Samstag, 9. März, eine Party unter dem Motto „Gods Awaken“ statt. Thematisch dreht sich alles um Götter und das alte Ägypten. Die Idee dafür hatte Dunet bereits vor einigen Jahren gehabt, jetzt soll sie umgesetzt werden. Durch „Gods Awaken“ soll das Neo ein Alleinstellungsmerkmal bekommen. Es gehe darum, den Besuchern auch außerhalb von Fasching und Halloween eine Möglichkeit zu geben, sich zu verkleiden. „Wir wollen den Leuten sagen: Tu mal wieder etwas für dich“, erklärt Krohmer. Die Besucher sollen durch Deko und Ambiente sofort abgeholt werden: „Man kann bei so etwas aus seiner normalen Haut heraus. Die Gäste dürfen aber auch normal gekleidet kommen.“ „Gods Awaken“ soll monatlich weitergeführt werden. Der Kartenvorverkauf läuft laut Krohmer gut, bisher wurden ungefähr 100 Karten verkauft. Insgesamt werden etwa 200 Leute erwartet.
Seit sechs Wochen arbeiten die Verantwortlichen an dem Konzept und dem Event. „Wir haben Leute zusammengesucht, die die Idee umsetzen können“, erklärt Breuer. Eine Wettbewerbsanalyse sollte dabei helfen, den optimalen Weg für das Neo zu finden. Neues Personal wurde eingestellt, gemeinsam nahm das Team an Coachings und Workshops teil. „Es hat sich super entwickelt. Es ist sehr harmonisch, wie wir miteinander arbeiten“, sagt die Marketing-Expertin. Um das neue Konzept zu realisieren, habe er noch einmal viel Geld in das Neo investiert, ergänzt der Geschäftsführer: „So etwas bedeutet Durchhaltevermögen – sowohl finanziell als auch nervlich.“
Mehr Social Media und mehr Mottopartys
Neben einem aufgefrischten Logo wurden auch die Werbestrategie und der Auftritt in den Sozialen Netzwerken überarbeitet. „Social Media ist heute für viele Leute wichtig“, sagt Krohmer. Sechs Wochen seien für eine Planungs- und Werbephase insgesamt nicht viel, ergänzt Breuer: „Aber wenn wir es jetzt nicht gemacht hätten, wäre es finanziell noch schlimmer geworden“. Wie das Programm des Neo nach dem 9. März aussehen wird, steht noch nicht vollständig fest. „Nach dem Event werden wir erst einmal Zahlen haben“, erklärt Breuer. Das Team werde sehen müssen, was funktioniert und die Stellschrauben entsprechend justieren, sagt die Marketingexpertin: „Es ist im Endeffekt ein Pilotprojekt.“ In Zukunft sollen mehr Mottopartys folgen. Auch andere Themen wie etwa die 1980er Jahre sind neben „Gods Awaken“ im Gespräch. Die große Vision ist für alle Beteiligten klar: „Wir alle haben das Ziel, dass dieser Laden lebt.“