Verkehr in Esslingen Bleifuß vor der Kindertagesstätte

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Vor allen Schulen, Kindergärten und Altenpflegeheimen in Esslingen dürfen Autofahrer seit kurzem nur 30 Stundenkilometer fahren. Doch es wird weiterhin gerast. Beinahe jeder dritte Autofahrer fährt zu schnell.

Neben den Warnschildern stehen jetzt überall in Esslingen  auch Tempo-30-Schilder vor den Schulen und Kindergärten. Doch die Autofahrer missachten die Schilder. Foto: Horst Rudel
Neben den Warnschildern stehen jetzt überall in Esslingen auch Tempo-30-Schilder vor den Schulen und Kindergärten. Doch die Autofahrer missachten die Schilder. Foto: Horst Rudel

Esslngen - Esslingen hat es geschafft: Mit der Umsetzung von Tempo 30 vor der freien evangelischen Schule in Mettingen und der Kindertagesstätte in der Plochinger Straße muss nun vor allen Schulen, Kindertagesstätten und Altenheimen in der Stadt gebremst werden. Damit hat die Stadt Esslingen eine Vorgabe der Straßenverkehrsordnung umgesetzt, und Kinder sowie alte Menschen können sich jetzt sicherer bewegen. Theoretisch. Denn praktisch fahren die Autofahrer nach wie vor zu schnell.

Die Bilanz, die der Esslinger Ordnungsamtsleiter Gerhard Gorzellik nach den Kontrollen der letzten Wochen gezogen hat, ist nicht gut. Rund 30 Prozent der kontrollierten Autofahrer führen zu schnell, berichtet Gorzellik. Ein paar Autofahrer hätten sogar den Führerschein abgeben müssen. Doch nicht nur die Raserei verurteilt der Ordnungsamtsleiter. Vor jeder Schule gebe es Halteverbotszonen, die regelmäßig von Eltern zugeparkt würden. Dabei hätten diese Halteverbotszonen den Zweck, die freie Sicht der Schüler auf die Straße zu gewährleisten. Sind diese Flächen zugeparkt, dann könnte es durchaus passieren, dass ein Kind zwischen zwei Autos auf die Straße läuft und eine Gefahrensituation heraufbeschwört, in der für einen Autofahrer meist jede Reaktion zu spät ist.

Gefährlich, in zweiter Reihe zu parken

Genauso gefährlich ist es, wenn in zweiter Reihe geparkt wird. „Hier sollten sich die Eltern an die eigene Nase fassen und rücksichtsvoll sein“, sagt Gorzellik. Vor allem weil die Eltern nicht nur die Sicherheit der anderen Kinder gefährdeten, sondern auch die der eigenen.

Während die Großen Kreisstädte selbst über ihre Tempo-30-Zonen entscheiden können, ist für kleinere Gemeinden das Landratsamt Esslingen zuständig. Im vergangenen Jahr hatte der Leiter des Straßenverkehrsamtes Jürgen Leibing alle Gemeinden angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten. Es gab fünf Rückläufe, sprich fünf Gemeinden, die sich vom Landratsamt ein Tempo 30 wünschten. Denn die gesetzlichen Bestimmungen sind eng. Das Tempolimit darf nur dann angeordnet werden, wenn der Hauptausgang der Schule oder des Altenheims direkt auf die Straße geht. Die meisten öffentlichen Einrichtungen sind aber weiter weg von den Hauptstraßen oder liegen bereits in Tempo-30- Zonen. Das bedeutet, dass Tempo 30 längst umgesetzt war, noch bevor die neue Straßenverkehrsordnung das vorschrieb.

Die meisten Schulen waren schon in Tempo 30

So sei es zum Beispiel in Kirchheim gewesen, sagt der dortige Pressesprecher Dennis Koep. Nur an zwei Schulen habe die Stadt zusätzlich Tempo 30 ausweisen müssen. Weil auch Nürtingen in der Vergangenheit bereits alle Wohngebiete zu Tempo-30-Zonen erklärt habe, sei das langsame Fahren vor Kindergärten und Schulen fast komplett gegeben gewesen, berichtet die Nürtinger Pressesprecherin Susanne Weisheit. Mit der neuen Regelung wurde auch die Rümelinstraße wegen des Kindergartens verkehrsberuhigt. Davon unabhängig versucht Nürtingen, auch die Kirchheimer Straße zu verlangsamen. Dagegen gibt es aber einen Einspruch.

Jetzt, wo auch in Esslingen Tempo 30 umgesetzt ist, werden die Verkehrskontrollen weitergehen, kündigt Gerhard Gorzellik an. „Ich hoffe sehr, dass das schnelle Fahren mit der Zeit aufhört.“




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