Verkehr in Ludwigsburg Kein B 27-Tunnel und kein Parkhaus an der Bärenwiese

Rund 70 000 Fahrzeuge fahren täglich über die B 27 in Ludwigsburg. Foto: Archiv/Simon Granville

Die Verkehrsprobleme in Ludwigsburg sind weiter ungelöst. Besonders an Tagen mit Events in der Innenstadt, krankt das System.

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Anläufe gab es für das Projekt schon etliche, nun hat es die Stadt Ludwigsburg begraben – zumindest die ganz große Lösung. Die B27 wird in Ludwigsburg entlang des Schlosses nicht komplett in einem Tunnel verschwinden. Das machten Mobilitätsbürgermeister Sebastian Mannl und der Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Mobilität, Matthias Knobloch, in der jüngsten Sitzung des Mobilitäts- und Umweltausschusses (MU) klar. Auch wenn sie es nicht so direkt aussprechen wollten.

 

Schon aus planerischen Gesichtspunkten sei das Projekt schwer zu realisieren. Für einen Tunnel brauche es jede Menge Rampen für Zu- und Abfahrten, weil nur etwa die Hälfte der Autos Richtung Bietigheim beziehungsweise Stuttgart fahre, der Rest in die Innenstadt. Gelder aus Fördertöpfen vom Bund oder Land seien nicht in Aussicht, weil ein Tunnel die Verkehrsverhältnisse nicht erheblich verbessern dürfte.

Ist ein Shuttlesystem die Lösung?

Eine kleine Verlängerung der bestehenden Unterführung, das hingegen liege weiter im Rahmen des Möglichen, so Mannl. „Ansonsten ist es beispielsweise auch denkbar, den Straßenquerschnitt aufzuwerten – gestalterisch oder indem man ihn schmaler macht.“ Die Verwaltung habe dazu auch schon Lösungen erarbeitet, diese sollen zeitnah vorgestellt werden.

Die Debatte im MU ging auf einen Antrag der SPD zurück, mit dessen Beantwortung sich die Verwaltung fast zwei Jahre Zeit gelassen hat. Die Fraktion hatte – neben der Prüfung von Mitteln für den B27-Tunnel – auch gefordert das Blühende Barock beziehungsweise das Land beim Thema Parken stärker in die Pflicht zu nehmen. Zwei Vorschläge: ein Shuttlesystem, das Besucher an Tagen, an denen große Events stattfinden, von außerhalb in die Innenstadt bringt; sowie ein zusätzliches Parkhaus an der Bärenwiese.

Dem Shuttle erteilte Knobloch eine klare Absage. An den fraglichen Tagen würden eh mehr Busse fahren, „Taktverdichtung“ heißt das bei den Planern. Im Zweifel stünde ein Shuttle von außerhalb – wie Autos auch – im Stau, so der Verkehrsexperte.

Das Blühende Barock hat keine eigenen Parkplätze

Und auch die Parkhaus-Idee stößt im Rathaus auf wenig Gegenliebe, Knobloch argumentierte mit zusätzlichem Verkehr, der so angezogen werden könnte, außerdem gebe es eine „Grundwasserproblematik“ und offene Fragen zum „Denkmalschutz“, führte er an, ohne konkreter zu werden. Vor allem ist das Land aber wohl nicht bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Deshalb wolle man auf ein verbessertes Parkleitsystem setzen.

Das funktioniert aber nicht – zumindest nicht richtig. Wie es aussieht, wenn Teile der Ludwigsburger Innenstadt verstopft sind, war wieder einmal am Kastanienbeutelfest zu sehen. Offenbar war die Situation zwar nicht ganz so schlimm wie an manch anderen verkaufsoffenen Sonntagen in der Vergangenheit, gut war sie aber auch nicht. Jürgen Müller (Linke) sprach von einem „Chaos“. Das Parkleitsystem zeigte an der ein oder anderen Stelle freie Parkplätze an, die es nicht gab. Etwa auf dem Arsenalplatz, der gesperrt war. Jochen Zeltwanger (Freie Wähler) bemängelte insbesondere, dass überhaupt nicht klar sei, wohin man als nächstes fahren könne, wenn ein Parkhaus schon voll sei. Zudem seien die Infos auf den Tafeln am Ortseingang kaum zu entschlüsseln. In Richtung Land und Blüba sagte er: „Private Bürger müssen auch Stellplätze nachweisen, es kann nicht sein, dass das beim Blüba anders ist.“ Er forderte eine „Neubewertung“. Knobloch und Mannl begründeten die fehlerhaften Anzeigen unter anderem damit, dass im System auch private Parkhäuser erfasst würden. Die freien Plätze dort würden händisch freigegeben. Sie versprachen aber weitere Verbesserungen.

Mit Ausnahme der Grünen, die lediglich eine bessere Ausschilderung freier Stellplätze und bessere Kommunikation anmahnten, zeigte sich der MU wenig begeistert von dem, was die Verwaltung vorlegte. Armin Klotz (CDU) nannte es „wenig lösungsorientiert“, Dieter Juranek (SPD) warf den Verantwortlichen gar „Abwiegelung“ vor. Besonders beim Tunnel brauche es keine riesige Lösung: „Es dauert Jahre so etwas zu entwickeln, aber wir müssen ran an das Thema.“

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