Verkehr in Untertürkheim Ein Ende der Umleitung ist in Sicht

Von Claudia Leihenseder 

Eine geplatzte Wasserleitung sorgt in Luginsland für Verkehrschaos und verspätete Busse.

  Foto: Claudia Leihenseder
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Untertürkheim - An diesem Freitag ist Aufatmen angesagt. Zumindest für all diejenigen, die auf eine kurze Verbindung von Luginsland nach Fellbach angewiesen sind. Denn für diesen Tag ist die Freigabe der Untertürkheimer Straße auf Höhe der Steigstraße auf der Gemarkung Fellbach angekündigt. Dann soll das große, rund zehn Meter breite und über zwei Meter tiefe Loch in der Straße wieder zu und der frische Asphalt abgekühlt sein.

Es ist nun rund zehn Tage her, dass am Mittwochmorgen vergangener Woche die große, rund 100 Jahre alte Zubringerleitung der Landeswasserversorgung geplatzt ist. Das frische Trinkwasser schoss nicht nur über die Straße, sondern unterspülte auch den Straßenbelag von der Einmündung Steigstraße aus in Richtung Untertürkheim – und das bestimmt auf 20 bis 30 Meter.

Komplette Sperrung der Straße

Die Folge war eine komplette Straßensperre: kein Auto, kein Lastwagen – und auch kein Bus kam mehr von Luginsland nach Fellbach und zurück. Die Auswirkungen waren gravierend: Staus in Fellbach und Bad Cannstatt auf den Ausweichstrecken, Schleichverkehr in den Weinbergen und lange Fahrten der Linie 60.

Die Verbindungsstraße von Fellbach nach Luginsland ist äußerst wichtig für viele Bewohner in dem Stuttgarter Vorort: Längst hat sich die Nachbarstadt als wichtiger Nahversorger für die Bewohner an diesem äußersten Ende der Landeshauptstadt etabliert. Auch Pendler, die von dem malerischen Schlafvorstädtchen nach Fellbach zur Arbeit oder zur S-Bahn gelangen mussten, hatten in den vergangenen Tagen erhebliche Probleme mit ihrem Weg. Und auch viele Schüler, die weiterführende Schulen oder Privatschulen in Fellbach besuchen, hatten ihr Nachsehen in den vergangenen zehn Tagen.

Busse müssen Umwege in Kauf nehmen

Der 60er Bus musste einen langen Umweg in dieser Zeit fahren: Von der letzten Haltestelle Luginsland im Untertürkheimer Stadtteil ging es dann nicht wie gewohnt nach rechts hoch Richtung Fellbach, sondern stattdessen talabwärts über die Dietbachstraße hinunter zur Augsburger Straße Richtung Bad Cannstatt. Dort fuhr der Bus über die Nürnberger Straße nach Fellbach, bog beim Pflanzen Kölle in die Esslinger Straße ein, um dann auf der Untertürkheimer Straße wieder die Haltestelle Alte Kelter anzufahren. Auch Autofahrer mussten den langen Umweg über Bad Cannstatt nehmen.

Wer noch Anfang dieser Woche einen Blick in die Baugrube wagte, hat noch das ganze Ausmaß des Wasserschadens sehen können: Tief unten liegt das bereits reparierte Wasserrohr der Landeswasserversorgung mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern. Darüber führen einige andere Leitungen für Gas oder auch kleinere Trinkwasserrohre. Bodenverdichter sind am Werk, damit der Untergrund für den Straßenbelag nicht zu lose ist. Auch das Ausmaß des riesigen Lochs ist gut zu erkennen: Von der Einmündung der Steigstraße bis auf die andere Straßenseite der Untertürkheimer Straße ist alles aufgegraben.

Leitung aus der Gründerzeit der Wasserversorgung

„Zurzeit läuft das neue Rohr im Spülbetrieb“, sagt Dagmar Uhl, Pressesprecherin der Landeswasserversorgung am Dienstag. Wenn die Proben, die derzeit entnommen und untersucht werden, in Ordnung sind, wird das Rohr wieder an das Trinkwassernetz angeschlossen. Wie es zu dem Riss in der Zubringerleitung aus Grauguss gekommen ist, wird derzeit untersucht. Vermutlich, so Uhl, liege es am 100 Jahre alten Material – schließlich stammt die Leitung aus der Gründerzeit der Landeswasserversorgung. Wie hoch die Kosten für die Reparatur des großen Wasserschadens sein werden, kann die Pressesprecherin zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Nur so viel: „Es wird eine höhere fünfstellige Summe sein“, so Dagmar Uhl.

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