Verkehr zwischen Weinstadt und Kernen Neue Ampel sichert den Schulweg

Der Anstoß für die neue Ampel kam von der Initiative Sicherer Schulweg Foto: Frank Eppler

Pünktlich zum Schulbeginn geht die Fußgängerampel an der Landesstraße zwischen Endersbach und Strümpfelbach in den Betrieb – trotz gewisser Schwierigkeiten.

Weinstadt/Kernen - Die neue Fußgängerampel an der Landesstraße zwischen Weinstadt-Endersbach und Strümpfelbach ist am Donnerstag in den Betrieb gegangen – pünktlich zum Schuljahresbeginn. Vertreter des Landratsamts, der Stadt Weinstadt und der Bürgerinitiative „Sicherer Schulweg L 1201“ haben die Anlage gemeinsam in Betrieb genommen.

 

Erster Anstoß durch Bürgerinitiative

Im Jahr 2018 hatte sich die vor allem aus Eltern von täglich ins Weinstädter Bildungszentrum pendelnden Schülern aus Kernen gebildete Bürgerinitiative erstmals an die Verwaltungen gewandt. Mit dem Anliegen, das Überqueren der Landesstraße zwischen Endersbach und Strümpfelbach mit einer Ampel sicherer zu gestalten, berichtete Tanya Kasa von der Initiative in einem kurzen Rückblick auf die Entstehung der interkommunalen Querungshilfe. Die Strecke ist täglicher Weg für viele Schulkinder auf dem Fahrrad, wird aber auch viel genutzt durch Freizeitradverkehr und Spaziergänger.

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Einfach sei es nicht gewesen, die Ampel auf einer außerorts verlaufenden Landesstraße durchzubekommen, betonte der Verkehrsdezernent des Rems-Murr-Kreises, Stefan Heim. Zum einen sei die Konstellation der beteiligten Behörden kompliziert. Baulastträger bei Landesstraßen und damit für alle Kosten zuständig, ist das Regierungspräsidium Stuttgart. Die für verkehrsrechtliche Anordnungen zuständige Behörde ist die Stadt Weinstadt. Die Planung der Maßnahmen und der Straßenbetrieb liegt wiederum beim Kreis. Für die Anordnung von Lichtsignalanlagen auf Außerortsstrecken gebe es andererseits „sehr große Hürden“.

Genehmigung erst nach intensiver Einzelfallprüfung

Nach intensiver Prüfung des Einzelfalls habe das Regierungspräsidium Stuttgart in diesem Fall positiv über die verkehrliche Notwendigkeit einer Lichtsignalanlage entschieden. Dem folgte die verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt Weinstadt samt Auftrag zur Umsetzung an das Straßenbauamt. „Verkehrssicherheit für alle Straßenverkehrsteilnehmer müsse immer an erster Stelle stehen“, betonte bei der Inbetriebnahme der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann. „Deshalb freue ich mich, dass nun diese Ampel in Betrieb geht und der Schulweg zum Benzacher Bildungszentrum vom ersten Tag des neuen Schuljahres an noch ein Stück sicherer wird.“

Bester Standort gesucht

Für die Realisierung der Anlage musste zunächst der beste Standort für die Anlage gefunden werden. Weiter galt es an der vorgesehenen Querungsstelle über eine große Distanz die Stromversorgung herzustellen. Dabei wurde das Versorgungskabel mittels Spülbohrverfahren unter dem Bachbett des Haldenbachs hindurchgeführt.

Bedingt durch die Pandemie gab es laut Straßenbauamt zudem bei einzelnen Anlagenteilen Lieferschwierigkeiten. Deshalb, so Dezernent Heim, herrsche angesichts der bekannten Gefährlichkeit der Landesstraßenquerung auch bei den Kreisbehörden Erleichterung, dass die Anlage pünktlich zum Ende der Sommerferien fertig ist. Die Kosten von 112 000 Euro trägt das Land.

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