Verkehrsminister Winfried Hermann Neue Züge auf der Remsbahn nicht vor 2027

So sollen die neuen Doppelstockzüge aussehen. Foto: Alstom Advanced & Creative Design

Doppelstockwagen der französischen Firma Alstom sollen den bisherigen MEX auf der Remsbahn ablösen. Die Züge sind bestellt, doch der Zeitpunkt ihres Einsatzes hängt auch von Stuttgart 21 ab.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Mit neuen Zügen des französischen Herstellers Alstom will das Land den Regionalverkehr nach eigenem Bekunden massiv ausbauen. Das hat das Verkehrsministerium unlängst angekündigt. Rund 2,5 Milliarden Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Der Auftrag umfasst 130 elektrische Doppelstockzüge vom Typ „Coradia Stream High Capacity“ sowie deren Instandhaltung über 30 Jahre hinweg.

 

Hermann: Einsatz spätestens Dezember 2027 geplant

Auch auf der Remsbahn sollen die Züge zum Einsatz kommen, die mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern unterwegs sein können. Allerdings ist nicht vor dem Jahr 2027 damit zu rechnen. Das geht aus einer Anfrage des Kernener FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann an den Verkehrsminister Winfried Hermann hervor. Dieser schreibt: „Der Einsatz auf der Remsbahn ist aktuell zum Dezember 2026, spätestens zum Dezember 2027 geplant.“

Allerdings dürften selbst diese Daten noch mit einigen Fragezeichen behaftet sein, denn der Einsatz der Doppelstockzüge ist an die Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 gekoppelt. Der Verkehrsminister geht offenbar davon aus, dass dies im Dezember 2025 der Fall sein wird, denn von diesem Datum an sollen die ersten Züge zur Verfügung stehen und dann kontinuierlich bis ins Jahr 2027 ausgeliefert werden.

Auf der Remsbahn sollen die Alstom-Züge den bisherigen Metropolexpress (MEX) ersetzen. Das bedeutet, dass zwei Züge pro Stunde mit den neuen Fahrzeugen verkehren werden. Der zweistündliche Interregioexpress (IRE) werde hingegen gemäß den aktuellen Planungen weiterhin mit den bekannten einstöckigen Triebzügen des Typs Flirt von Stadler geführt, so Hermann in seiner Antwort an den Abgeordneten Haußmann. Eine Änderung dieses Konzeptes sei erst nach dem Auslaufen des bestehenden Verkehrsvertrags im Jahr 2032 und der optionalen Bestellung zusätzlicher Doppelstocktriebzüge möglich.

Haußmann: Reicht das aus?

Jochen Haußmann begrüßt den angedachten Einsatz der Doppelstockzüge, die mit 760 Sitzplätzen gegenüber den bisherigen MEX rund 200 Plätze mehr bieten. Allerdings stelle sich ihm die Frage, ob das ausreicht, kommentiert Haußmann, „denn als Ziel hat Winfried Hermann ja die Verdoppelung der Fahrgastzahlen ausgegeben“. Und die werde sich vor allem in den jetzt schon fahrgaststarken Zeiten niederschlagen, wenn zum Beispiel mehr Pendler auf den ÖPNV umstiegen. Dann könne die Platzsituation in den Zügen allerdings wieder kritisch werden, meint Haußmann. Denn das Verkehrsministerium setze auf mehr Fahrgäste zu anderen Zeiten: Der MEX werde „untertags grundsätzlich in Doppeltraktion verkehren und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Kapazität und für eine Steigerung der Fahrgastzahlen leisten“, heißt es in dem Hermann-Schreiben.

Jochen Haußmann sieht zur Steigerung der Attraktivität des Nahverkehrs deshalb auch den zweistündlichen Interregioexpress (IRE) auf der Remsbahn in einer Schlüsselrolle. Dahingehend lägen von den Verkehrsplanern der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) aber noch keine Informationen vor. Und außerdem hofft er, dass sich auch eine Verlängerung der S-Bahn bis Plüderhausen als machbar herausstellt. Haußmann: „Da laufen gerade die Untersuchungen beim Verband Region Stuttgart an. Im Moment ist also Daumenhalten angesagt, dass alles klappt.“

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