Verkehrsplanungen für 2023 Böblingen wird auch dieses Jahr zur Stadt der Baustellen

An der Sindelfinger Straße wird noch länger gebaut. Foto: Stefanie Schlecht/ 

Bei ihrer jährlichen Pressekonferenz hat die Verwaltung vorgestellt, wo es für den Verkehr in diesem Jahr besonders knifflig wird.

Böblingen: Julia Theermann (the)

Wer dieser Tage auf Böblingens Straßen unterwegs ist, den könnte das Gefühl beschleichen, dass an jeder Kreuzung gebaut wird. Ganz entspricht das natürlich nicht der Wahrheit. „Es sind dieses Jahr wesentlich weniger Baustellen, die wir selbst verantworten“, sagte die Leiterin des Bürger- und Ordnungsamtes, Gisa Gaietto, bei der gestrigen Pressekonferenz zu den diesjährigen Baumaßnahmen in Böblingen. Dennoch sind es viele bunte Punkte, jeder symbolisiert eine Baustelle, die auf der Stadtkarte im eigens erstellten Faltblatt der Stadtverwaltung prangen. Beim Großteil der aktuellen und für die nächsten Monate geplanten Baustellen liege die Zuständigkeit entweder in privater Hand oder in der der Autobahnbaugesellschaft Deges.

 

Die Zielsetzung der Stadt sei gewesen, vor dem Ausbaustart der A 81 möglichst viele eigene Baustellen abzuschließen – und währenddessen nur Dinge anzufangen, die nicht warten könnten. „Geschafft haben wir nicht alles“, gab Frank Bader, der Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, zu bedenken. Themen wie die Stadtgrabenstraße oder die Sindelfinger Straße müssten in einem anderen Jahr angegangen werden.

Autobahnausbau betrifft viele Straßen

Auto- und Radfahrern in Böblingen hinlänglich bekannt sein dürfte die Situation an der Sindelfinger Straße in der Nähe des Smart-Turms. Dort liegen drei Vorhaben, die mit der Autobahn zu tun haben, dicht beieinander. Während über die Rankbachbahn-Brücke schon bald Züge fahren sollen, wird an der daneben liegenden Autobahnbrücke noch länger gearbeitet. Hier sollen die Leibnizstraße sowie die Sindelfinger Straße verlegt und eine neue Brücke gebaut werden. Daher gibt’s hier noch mindestens bis Anfang nächsten Jahres erschwertes Durchkommen.

Bekannt ist auch die einseitige Sperrung an der Wolfgang-Brumme-Allee stadteinwärts, die Bader einen „erheblichen Störfaktor“ nennt. Doch die Straße wird in diesem und im kommenden Jahr noch einiges an Bauarbeiten erleben. Denn im Zuge des Autobahnausbaus sollen die dortige Kreuzung und die Autobahnquerspange neu gebaut werden. „Da sind wir jetzt auch dabei, die Planabstimmungen für den Baubeschluss zu treffen“, so Bader. Auf dem Plan für 2024 steht dann auf der westlichen Seite der Wolfgang-Brumme-Allee Richtung Herrenberg auch die provisorische Brücke über die Autobahn. „Das kollidiert aber nicht mit dem Neubau des Knotenpunktes“, so Bader.

Calwer Straße wird sich verändern

Ein wichtiger Punkt ist der Ausbau des Knotenpunktes Calwer Straße von der Plana-Kreuzung bis zur Johann-Schütte-Straße. Rund um die Calwer Straße kommen mehrere Vorhaben zusammen. Zum einen soll die Kreuzung mit der Flugfeld-Allee und der Heinkelstraße so ausgebaut werden, dass der Verkehr an der geplanten Anschlussstelle Böblingen/Sindelfingen aufgenommen werden kann. Die Arbeiten laufen bereits. Ebenfalls auf der Flugfeld-Allee ist ein vierspuriger Ausbau bis hin zur Motor World vorgesehen. Auch eine neue Anschlussrampe zur A 81 soll gebaut werden. Dieses Projekt trägt den Namen Querspange Mitte und soll voraussichtlich im Frühsommer angegangen werden.

Doch auch der Klinikneubau fordert Veränderungen der Verkehrsführung. „Für die Flugfeld-Klinik müssen neue Anschlüsse geschaffen werden, für die Parkhäuser und die Krankenzufahrten“, sagte Bader. Zudem sprach er von einer neuen ÖPNV-Haltestelle, und von einem klimagerechten Umbau der Calwer Straße – ein Thema, das auch schon im Gemeinderat diskutiert wurde. „Wir wollen die Fahrbahnfläche verringern – immer unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit.“ Auch einen Zweirichtungsradweg auf der Nordseite spricht Bader an, der – vom Gehweg abgetrennt – an der Klinik vorbei führen soll. Das solle auch die Aufenthaltsqualität für die Patienten vergrößern.

Engstellen im Verkehr

Was die Calwer Straße selbst angehe, sei man derzeit noch in der Planung. „Wir sind noch am Tüfteln, und wir hoffen, dass wir in der ersten Jahreshälfte noch ins Gremium kommen mit einer entsprechenden Vorlage, um die Ergebnisse vorzustellen und den Baubeschluss zu ordern. Das wäre dann ein Projekt, das nächstes Jahr zur Umsetzung ansteht.“

Eine Beispiel für eine Baustelle in privater Hand, die Auswirkungen auf den Verkehr hat, ist die geplante Bebauung an der Ecke Bahnhofstraße und Wilhelmstraße. Dort wird die Straße durch die Baustelle eingeengt, was häufig das Ordnungsamt auf den Plan ruft, wenn Autos dort parken.

Nadelöhr wirft Probleme auf

Besonders heikel könnte die Verkehrssituation im Laufe des Jahres an der Bahnbrücke über die Schönbuchstraße zwischen der Wilhelm-Maybach-Straße und der Breitensteiner Straße werden. Dort sollen Fernwärme- und Wasserleitungen verlegt werden. „Das wird große Auswirkungen haben“, sagte Bader. „Das ist eine neuralgische Stelle, weil es unsere einzige Querungsmöglichkeit in Richtung Osten der Stadt ist.“ Ist diese Durchfahrt nicht nutzbar, ergießt sich der Verkehr über das Stadtzentrum. Geplant ist der Baubeginn im zweiten Quartal, aber „wir sehen gerade ein großes Problem vorne an der Einmündung Rudolf-Diesel-Straße/Tübinger Straße“, so Bader. Dort gibt es keine Ampel. Sollten dort bei der Jet-Tankstelle durch die Baustelle auf der Schönbuchstraße deutlich mehr Autofahrer links abbiegen wollen, müsste eine Ampel her. Was allerdings aufgrund der Nähe zur Bahn nicht so ohne Weiteres machbar sei. Das Tiefbau- und das Ordnungsamt seien gerade dabei, die beste Lösung für diese Probleme zu suchen. Man wolle in jedem Fall vermeiden, dass es durch die Sperrung auf der Schönbuchstraße letztlich mehr Verkehr auf der Keller-Kreuzung und in der Innenstadt gebe.

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