Verlust für Freie Wähler in Ludwigsburg Andreas Seybold verlässt die Politik

Andreas Seybold in seinem Element Foto: factum/Archiv
Andreas Seybold in seinem Element Foto: factum/Archiv

Andreas Seybold will nicht mehr in den Ludwigsburger Gemeinderat – dieses Mal endgültig. Für die Freien Wähler ist das ein Verlust, auch wenn Seybold nicht der alleremsigste Stadtrat ist.

Region: Verena Mayer (ena)
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Ludwigsburg - Beim letzten Mal ist Andreas Seybold noch mal schwach geworden. Nachdem ihn seine Freie-Wähler-Kollegen eine kleine Ewigkeit bekniet hatten, wieder für den Gemeinderat zu kandidieren, ließ er sich doch noch erweichen. Obwohl er damals eigentlich schon nicht mehr wollte. Wieder ließ er sich auf den letzten Platz der Liste, Platz 40, setzen – in der Hoffnung, so irgendwie vielleicht um ein Mandat herumzukommen. Aber: Wieder wurde Andreas Seybold unter die Top Ten gewählt und hatte seinen Platz im Gemeinderat sicher. Dieses Mal will der 56-Jährige nichts mehr riskieren: Bei der Kommunalwahl am 26. Mai steht er nicht mehr zur Wahl.

Bekannt wie ein bunter Hund

„Ich habe mir meine Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Seybold, der seit 2004 in der Kommunalpolitik ist. Aber: Er habe seinen Laden, er habe eine Jagd im Odenwald und eine Frau, die auch „ein bissle Zeit mit mir haben will“ – wenn man dann noch zwei Mal die Woche an Sitzungen im Rathaus teilnehmen soll, „wird’s eng“.

Tatsächlich zählt Seybold nicht zu den alleremsigsten unter den Stadträten. Bei Sitzungen des Gemeinderats oder des Verwaltungsausschusses fehlt er des Öfteren. Trotzdem ist sein Rückzug ein Verlust für die Freien Wähler. Seybold, der dank seines Fischgeschäftes, seines Engagements auf der Weinlaube und auf dem Weihnachtsmarkt bekannt ist wie ein bunter Hund, war ein Stimmengarant. Und er weiß, was die Bürger, und vor allem die Innenstadthändler bewegt. „Wenn man ihn gebraucht hat, war er da“, sagt Reinhardt Weiss, der Seybold gern weiter an Bord gehabt hätte.

Eingeflogen aus Sylt

Im Juli 2017 ist er sogar eigens von Sylt eingeflogen, um an der Kampfabstimmung über den Radweg in der Marbacher Straße teilzunehmen. Dass es trotzdem nicht gereicht hat, die neue Route zu verhindern, hat Seybold mächtig gewurmt.

Andreas Seybold sagt, dass er den Freien Wählern auch künftig verbunden bleiben will. Er werde Spenden für ihren Wahlkampf sammeln und dann und wann vielleicht auch eine Aufgabe übernehmen. Dass er seinen Ratsfreunden dann und wann auch eine „Empfehlung“ geben wird, ist ebenfalls anzunehmen.




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